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Montag, 7. September 2015

Rezension: "Die 100"



http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-100-Roman/Kass-Morgan/e451277.rhd

Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 320 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-453-26949-1
Originaltitel: The 100



Inhalt:

Seit einem vernichtenden Atomkrieg lebt die Menschheit auf Raumschiffen. 300 Jahre lang hat niemand mehr die Erde betreten. Doch nun sollen 100 jugendliche Straftäter das Unmögliche wagen: zurückkehren und herausfinden, ob ein Leben auf dem blauen Planeten wieder möglich ist. Doch was die idealistische Clarke, der geheimnisvolle Bellamy und die anderen Verurteilten nach ihrer Ankunft vorfinden, raubt ihnen den Atem. Ein tödliches Abenteuer beginnt, auf das sie kein Training der Welt hätte vorbereiten können ...

Meine Meinung:

Da ich ein riesiger Fan der TV-Serie bin, war ich äußerst gespannt auf die Romanvorlage. Natürlich wusste ich, dass erhebliche Unterschiede bestehen und war deshalb auch nicht überrascht, dass sowohl die Charaktere als auch die Handlung von der Serie abweichen. Beim Lesen habe ich mich bemüht, mich mit Vergleichen zurückzuhalten und das Buch objektiv und unabhängig von der Verfilmung zu betrachten. Im Nachhinein betrachtet muss ich aber anmerken, dass ich einige positive Elemente aus der Serie vermisst habe.

 Er hatte die Schnauze voll von den Strafen, der Hierarchie, 
dem ganzen System. Er hatte es satt, nach den Regeln 
anderer zu spielen.

Die Handlung wird abwechselnd aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt. Am besten haben mir die Kapitel von Clarke und Bellamy gefallen, die für mich auch die stärksten Charaktere waren. Besonders Bellamys rebellische Art hat es mir angetan. Gleichzeitig fand ich es rührend, wie er sich für seine Schwester einsetzt und alles für sie tun würde. Genau wie in der Serie entwickelte sich Bellamy schnell zu meinem absoluten Liebling. Auch in Clarke konnte ich mich gut hineinversetzen. Sie setzt sich für andere ein und würde alles dafür tun, um ihren Freunden das Überleben zu sichern. Allerdings habe ich die Bad Ass-Züge vermisst, die ihren Charakter in der Serie auszeichnen. Hier dagegen ist sie eher sanft und ein typisches "good girl".

Weniger anfreunden konnte ich mich mit Wells. Seine Kapitel drehen sich im Grunde einzig und allein darum, die Liebe seines Lebens für sich zu gewinnen und mit ihr ein Happy End zu erleben. Dafür würde er wirklich alles tun- koste es, was es wolle. Diese Besessenheit mit Clarke hat das Buch an vielen Stellen leider ziemlich zäh gemacht. Man muss sich durch viele schwülstige Szenen und Phrasen kämpfen, die einfach furchtbar übertrieben und klischeehaft sind. Die obligatorische Dreiecksgeschichte macht das natürlich nicht besser. Es hat mich sowohl gewundert als auch geärgert, dass die Charaktere in ihrer prekären Lage nichts wichtigeres zu tun hatten, als über ihr Liebesleben nachzusinnen. "Wer geht mit wem" war tatsächlich wichtiger als die Frage, welche Gefahren es auf der Erde gibt.

 In diesem Moment gab es nur noch sie beide. 
Sie waren die einzigen Menschen auf der Welt, 
genau wie Wells es sich immer erträumt hatte.

Auch Glass, die auf der Raumstation weilt, beschäftigt sich lieber mit ihrem Schwarm als mit überlebensnotwendigen/ lebenswichtigen Fragen. Ich mochte zwar das Setting auf den drei verschiedenen Raumstationen, aber der Fokus auf ihrer Liebesbeziehung inklusive vieler Dramen war mir eindeutig too much. Es gibt so gut wie keine politische Hintergrundinformationen zu den Raumstationen und warum genau die Menschen die Erde verlassen mussten. Das fand ich wirklich schade, denn genau das hätte mich interessiert. Tatsächlich passiert abgesehen von den Beziehungsdramen nicht wirklich viel.

Das liegt aber auch daran, dass ziemlich viele Rückblenden vorkommen. Viele fanden diese sehr verwirrend, aber ich fand es gut, dass die Autorin sie eingefügt hat. Nach und nach wird so die Vergangenheit der Charaktere enthüllt und man wird darüber aufgeklärt, warum sie verhaftet wurden. Tatsächlich fand ich diese Rückblenden fast spannender als die Gegenwartshandlung. Zum Ende hin wird es dann noch einmal ereignisreicher und beide Parallelhandlungen schließen mit einem fiesen Cliffhanger.

Das war das Problem mit Geheimnissen: 
Man musste sie für sich behalten, um jeden Preis.

Er war nicht der tapfere Ritter, der gekommen war,
um die Prinzessin zu retten. Er war der Schurke, dessentwegen
sie überhaupt erst ins Verlies geworfen worden war.

Fazit:

"Die 100" ist leider weniger Science-Fiction als eine detaillierte Erzählung von gleich mehreren Liebesgeschichten. Die Idee hat sicherlich viel Potenzial, die die Autorin in den nächsten Bänden aber noch weiter ausbauen sollte. Vor allem im Gegensatz zur Serie erschien mir vieles zu klischeehaft und oberflächlich.

Bewertung: 


Samstag, 1. August 2015

Rezension: "Ignite Me"



http://www.amazon.de/Ignite-Me-Shatter-Band/dp/0062085573


Verlag: Harper Collins
Seitenzahl: 416 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 7,50 €
ISBN: 978-0062085580



Inhalt:

The fate of Omega Point is unknown.
Everyone Juliette cares about may be dead. Now Juliette is the only one standing in The Reestablishment's way. But to take them down, as well as Anderson, the man that nearly killed her, Juliette needs the help of the one person she never thought she could trust: Warner. And as they work together, Juliette will discover that everything she thought she knew—about Warner, her abilities, and even Adam—was wrong.


Meine Meinung:

Es war zwar schon mehr als ein Jahr her, seit ich den zweiten Band der "Shatter Me"-Reihe gelesen habe, aber trotzdem habe ich mich schnell wieder in der Welt von Juliette zurechtgefunden. Der letzte Teil endete ja mit einem ziemlichen Cliffhanger, der mich sehr gespannt auf die Fortsetzung und den letztlichen Ausgang gemacht hat. "Ignite Me" setzt nahtlos an den Geschehnissen des zweiten Bandes an und schildert, wie sich Juliette nach ihrem Beinahe-Tod zurechtfinden muss. Denn plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war: Omega Point ist zerstört, ihre Freunde scheinbar tot und sie wird ausgerechnet von dem Menschen umsorgt, der die scheinbare Schuld für all das Elend trägt: Warner.

Doch schnell muss sie erkennen, dass Warner zwei Gesichter hat und nicht unbedingt der Mensch ist, für den sie ihn immer gehalten hat. Tatsächlich hatte er sehr gute Gründe für seine Handlungen- Gründe, die Juliette auf einmal an ihren festen Überzeugungen zweifeln lassen. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Und vor allem: Kann sie sich selbst trauen? Ich muss ehrlich sagen, dass mir ihre Entwicklung sehr gut gefallen hat. Endlich findet sie den Mut, ihre innersten Ängste und Komplexe zu überwinden und sich der Realität zu stellen. Langsam entwickelt sie sich zu einer Kämpferin, wobei sie von einem richtigen Bad-Ass-Girl immer noch sehr weit entfernt ist. Eine solche radikale Entwicklung wäre aber auch äußerst unrealistisch gewesen.

I am no longer afraid of fear, and I will not let it rule me.
Fear will learn to fear me.

Die Entwicklung, die Juliette vom ersten Band bis zum Ende von "Ignite Me" durchmacht, ist für mich eines der Highlights der Trilogie. Das verängstigte stumme Mädchen, das vor jeder Berührung zurückschreckt, findet endlich zu sich selbst und akzeptiert seine Kräfte. Während sie sich im zweiten Teil noch dagegen gesträubt hat, mit ihren Fähigkeiten zu üben bzw. sie überhaupt erst anzuwenden, erklärt sie nun genau das zu ihrem Ziel. Sie öffnet sich nach außen, wird reifer und selbstsicherer. Dadurch erkennt sie auch, wer sie wirklich ist und was sie will. Denn: Sie will leben. Und zwar richtig. Nicht mehr eingesperrt in einer kleinen Zelle, nicht mehr isoliert von anderen Menschen. Sondern in Freiheit, umgeben von Menschen, die ihr wichtig sind. Und genau dafür will sie kämpfen und notfalls auch sterben.

In der Hinsicht erinnert also nichts mehr an die furchtsame Juliette aus den Vorgängerbänden. Was leider, leider immer noch gleich geblieben ist, ist das völlig überzogene Liebesdrama. Ich hätte mich richtig gefreut, dass Juliette jetzt bei Warner ist und deshalb ihre endlosen Beziehungs-Streitereien mit Adam nicht mehr weiterführen kann. Tja, zu früh gefreut. Ich will jetzt nichts spoilern, aber für mich waren die Gefühlsdramen eindeutig zu dominant in dem Buch - eigentlich wie in der ganzen Reihe. Von diesem letzten Band hätte ich mir eigentlich Kämpfe und ein wenig mehr Action erwartet. Oder ausgeklügelte Pläne, geheime Missionen - eben all die Sachen, die eine Dystopie spannend machen. In der Hinsicht wurde ich leider zum Großteil enttäuscht. Der Fokus liegt eindeutig auf dem Liebesdreieck und Juliettes Charakterentwicklung. Letztere fand ich wie gesagt sehr überzeugend, aber das ewige Hin und Her mit Adam und Warner hat mich ziemlich gestört.

 I can do anything I want.
Be with anyone I want.
And it'll be my choice.

Das ist zwar so ziemlich der einzige Störfaktor in der Reihe, aber leider ein ziemlich großer. Dieser Schatten fällt eben auch auf all die wunderschönen Facetten von Tahereh Mafis Werk. Ich glaube, den grandiosen Schreibstil brauche ich gar nicht mehr zu erwähnen. Die Bücher sind so außergewöhnlich und originell geschrieben, dass die Kreativität richtig von den Seiten tropft. Dadurch ist man sofort emotional mitgerissen und fiebert von der ersten Seite an mit Juliette mit. Und dann gibt es natürlich einige wunderbare Charaktere, die man sofort ins Herz schließt. Allem voran Kenji, der unheimlich sympathische und vorlaute Freund von Juliette. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und trägt einen Großteil zum Charme der Bücher bei. Und dann ist da natürlich Warner. Auch seine Persönlichkeit ist ungeheuer faszinierend und facettenreich. Mafi schafft es mühelos, eine so komplizierte Figur wie die seine plastisch darzustellen, was erneut von ihrem enormen Schreibtalent zeugt.


Fazit:

Ein Abschlussband, der genau wie die gesamte Trilogie Licht und Schatten aufweist. Die Charakterentwicklung und der wunderschöne Schreibstil machen das Buch zu einem wahren Highlight. Leider wird das Lesevergnügen immer wieder durch unnötige Liebesdramen gestört.


Bewertung: 


Sonntag, 19. Juli 2015

Rezension: "Die Überlebenden"



http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-UEberlebenden-Band-1-Roman/Alexandra-Bracken/e392765.rhd


Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 544 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3442479085
Originaltitel: The Darkest Minds


Inhalt:

Ruby hat überlebt. Doch der Preis dafür war hoch. Sie hat alles verloren: Freunde, Familie, ihr ganzes Leben. Weil sie das Virus überlebt hat. Weil sie nun eine Fähigkeit besitzt, die sie zur Bedrohung werden lässt, zu einer Gefahr für die Menschheit. Denn sie kann die Gedanken anderer beeinflussen. Deshalb wurde sie in ein Lager gebracht mit vielen anderen Überlebenden. Deshalb soll sie getötet werden. Aber Ruby hat nicht überlebt, um zu sterben. Sie wird kämpfen, schließlich hat sie nichts zu verlieren. Noch nicht ...

Meine Meinung:

"Die Überlebenden" ist eine sehr düstere Geschichte, die ein erschreckendes Zukunftsszenario ausmalt: Die Menschheit steht am Abgrund, denn ein gefährliches Virus hat die jüngere Generation entweder dahingerafft oder ihnen gefährlich anmutende Fähigkeiten verpasst. Ruby ist erst zehn, als sie ihre Kräfte zum ersten Mal unwissentlich benutzt und dadurch alles verliert. Wie unzählige andere Kinder wird sie in ein Lager eingesperrt, in dem sie unterdrückt und zur Zwangsarbeit gezwungen wird.

Durch diese traumatische Erfahrung ist Ruby sehr verschlossen und und zurückhaltend, was den Kontakt zu anderen Menschen anbelangt. Stellenweise war sie mir zu verschüchtert und ängstlich und ich hätte mir gewünscht, dass sie noch mehr aus sich herausgeht und für ihre Ideale einsteht. Schließlich besitzt sie unheimlich starke Kräfte, die sie für das Gute einsetzen könnte. Stattdessen würde sie diese am liebsten vergessen und fürchtet sich davor, sie zu benutzen. Andererseits ist ihre Haltung natürlich auch verständlich. Die Grauen, die sie durch ihren Aufenthalt im Lager erlitten hat, kann man sich nur schwer vorstellen. Als unschuldiges kleines Mädchen wird ihr Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt und ihre Kindheit verwandelt sich in eine finstere Horrorgeschichte.

Für Unbeschwertheit und persönliche Bindungen ist so im ersten Viertel des Buches kein Platz. Erst als sie auf ihrer Flucht das Dreierteam um Liam, Chubs und Zu kennenlernt, erfährt ihr Leben langsam wieder eine positive Wendung. Die drei sind wie sie aus einem Lager ausgebrochen und setzen alles daran, den grausamen Häschern zu entkommen. Anfangs eher widerwillig wird Ruby ein Teil ihrer Gruppe und begleitet sie auf einem Road-Trip etwas anderer Art durch das durch die Katastrophe stark gezeichnete Amerika. Ich fand es gut, dass durch diese neuen Charaktere wieder frischer Wind in die Geschichte gekommen ist und die Atmosphäre etwas aufgelockert wurde.

Jeder von ihnen ist auf seine eigene Art und Weise liebenswert und bereichert die ansonsten eher pessimistische Story.  Auch wenn der gutaussehende und selbstlose Liam geradewegs zum mutigen Helden prädestiniert ist, habe ich insbesondere den störrischen Chubs und die goldige Zu ins Herz geschlossen. Diese beiden waren für mich die charakterlichen Highlights des Buches, da sie mit ihren individuellen Wesenszügen herausstechen. Im Vergleich dazu fand ich Ruby und Liam ganz nett, aber etwas farblos.

Die Geschichte liest sich relativ flüssig, stellenweise gibt es jedoch auch langatmige Passagen. Rubys innerer Konflikt à la "Ich darf keine persönlichen Bindungen eingehen" und "Was soll ich nur tun, ich darf ihn nicht berühren"  hat mich sehr an Juliette aus der "Shatter Me"-Reihe erinnert. Zum Glück ist Ruby aber keine so nervige Protagonistin. Trotzdem - mit einer Wendung im letzten Viertel des Buches war ich gar nicht zufrieden. Das ging mir zu sehr in Richtung Liebesdreieck und ich fand es wieder stark an Tahereh Mafis Reihe angelehnt. Überzeugt hat mich dagegen die stets präsente Spannung und das Ende des Buches. Immer wieder findet Ruby die Tatsache bestätigt, dass man keinem trauen kann und Verrat an jeder Ecken lauert. Der Schluss unterstreicht dies noch einmal mit einem eindrucksvollen Cliffhanger, der einem verzweifelt nach der Fortsetzung schreien lässt.

Fazit:

"Die Überlebenden" ist ein spannender Roman für alle, die gerne Geschichten über düstere Zukunftsszenarien lesen. Besonders die Nebenfiguren machen die Dystopie zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis.

Bewertung: 



Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 23. April 2015

Rezension: "Die Auslese- Nichts vergessen und nie vergeben"


http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Auslese-Nichts-vergessen-und-nie-vergeben-Roman/Joelle-Charbonneau/e427915.rhd



Verlag: Heyne
Seitenzahl: 416 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 16,99 €
ISBN: 978-3764531188
Originaltitel: Independent Study (The Testing 2)


Inhalt:

Cia Vale ist gemeinsam mit ihrem Freund Tomas an der Akademie von Tosu City aufgenommen worden. Und obwohl die Regierung ihnen ein Medikament verabreicht hat, das alle Erinnerungen an das brutale Auswahlverfahren der "Auslese" löschen soll, hat Cia nichts vergessen – weder die schrecklichen Todesfälle noch ihre Liebe zu Tomas. Ab sofort kennt sie nur noch ein Ziel: die "Auslese" zu beenden, indem sie dafür sorgt, dass die ganze Welt die grausame Wahrheit erfährt. Doch damit bringt Cia nicht nur sich selbst, sondern auch alle, die sie liebt, in größte Gefahr ...

Meine Meinung:

Der Einstieg in Band zwei fällt nicht allzu schwer, weil es ein eher ruhiger ist. Man erfährt, welche Schwierigkeiten Cia hat, sich mit der schrecklichen Entdeckung über die wahre Natur der Auslese zu arrangieren. Zumindest nach außen hin erscheint alles Friede, Freude, Eierkuchen- Will gehört wieder zu ihrem engen Freundeskreis, Tomas und sie sind ein glückliches Paar und die Stimmung unter den Studenten ist gelöst und kameradschaftlich. Doch auch wenn die Auslese überstanden ist, so bedeutet dies doch kein Ende der Tests.

Alle Studenten werden bestimmte Fachgebiete zugeteilt, auf die sich sich spezialisieren sollen. Besonders spannend fand ich hierbei den Einweihungstest, bei dem die "Anfänger" bestimmte Aufgaben in Gruppen zu lösen hatten. Auch wenn es dabei nicht so radikal zuging wie bei dem letzten Teil der Auslese, so waren die Tests doch sehr gefährlich und rückten erneut die Frage in den Mittelpunkt: Wen kann Cia in dieser skrupellosen Welt noch vertrauen? Wer hat das manipulative und rücksichtslose Verhalten der Universitätsleitung noch nicht internalisiert?

Dabei muss sie einen messerscharfen Balanceakt zwischen einer grundsätzlichen Vertrauensbereitschaft und gesundem Argwohn meistern, denn nur so kann sie an der Universität überleben. Doch herauszufinden, wer ihre wahren Verbündeten sind, entpuppt sich als sehr schwierig. Genau dieser Aspekt, dass man eigentlich keinen vertrauen kann und es immer wieder zu Überraschungen und Verrat kommen kann, hat mich beim Lesen so gefesselt. Auch wenn nicht so viel Handlung vorkommt, wird eine ständige Spannungshaltung aufrecht erhalten.

Dass Cia manchen zu unnahbar und perfekt ist, kann ich nachvollziehen. Tatsächlich gelingt es ihr, jede Prüfung souverän zu lösen, auch wenn sie noch so schwierig erscheint. Mir selbst hat sie dennoch sehr gut als Protagonistin gefallen. Gerade die Art und Weise, wie sie an der Lösung des Problems tüftelt und trotz aller Verzweiflung doch noch einen kühlen Kopf bewahrt und die richtige Antwort findet, macht sie so einzigartig und stark. Sie ist unheimlich intelligent und das merkt man auch. Wieso sollte eine Protagonistin das nicht sein dürfen?

Ob nun Band eins oder zwei besser ist, kann ich schlecht beurteilen. In Band zwei gefällt mir auf jeden Fall der Einstieg und der Mittelteil besser, auch wenn es dort ab und zu langatmige Passagen gibt. Dafür fehlt mir der große Actionpart am Ende, der mich im Auftaktband voll und ganz in den Bann gezogen hat. Insgesamt würde ich also beide Bücher gleichwertig beurteilen. Meistens sind Reihenfortsetzungen ja eher enttäuschend- das kann man hier nicht behaupten.

Fazit:

Wem der erste Teil von "Die Auslese" gefallen hat, wird mit dem Folgeband sicher nicht enttäuscht werden. Meiner Meinung nach eine Dystopien-Reihe, die es sich zu lesen lohnt!

Bewertung: 



Vielen Dank an den Penhaligon Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Donnerstag, 9. April 2015

Rezension: "Die Feenjägerin"


http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Feenjaegerin-Roman/Elizabeth-May/e462671.rhd 


Verlag: Heyne
Seitenzahl: 400 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 13,99 €
ISBN: 978-3453316096
Originaltitel: The Falconer


Inhalt:

Edinburgh im Jahre 1844: Die junge Aileana Kameron ist alles andere, was man eine feine Lady nennen würde. Nicht nur, dass sie sich den gesellschaftlichen Gepflogenheiten nicht so einfach fügen will, dazu kommt auch noch, dass sie sich jede Nacht aus dem Haus schleicht, um Feen zu jagen. Die blutrünstigen und heimtückischen Kreaturen haben nicht nur ihre Mutter getötet, sondern verbreiten in ganz Schottland Angst und Schrecken. Mithilfe des geheimnisvollen Kiaran bereitet sich Aileana auf einen alles entscheidenden Kampf vor. Denn allein ihr ist es bestimmt, den Feen Einhalt zu gebieten und das Land zu retten..

Meine Meinung:

Zuallerst möchte ich das wirklich wunderschöne Cover herausheben. Man merkt, wie viel Mühe und kreative Arbeit hinter der Gestaltung steckt. Die Figur entspricht dem Bild von der Hauptperson Aileana: Trotzig, kämpferisch, immer eine Waffe griffbereit. Sogar die wilden roten Haaren und die Sommersprossen passen perfekt. Oft genug werden solche groben Details einfach schlichtweg ignoriert und auf dem Cover prangt jemand, der nicht die entfernteste Ähnlichkeit zu einer Person im Buch hat.

Die Geschichte vereint eigentlich alles, was ich gut und spannend finde: Eine rasante Storyline, Kampfszenen mit übernatürlichen Wesen, eine Prise Romantik und ein historisches Setting. Gerade die Situierung in Schottland und Edinburgh im Besonderen hat mich von Anfang an begeistert. Der mystische Aspekt mit den Feen ist gut durchdacht, im Anhang findet man sogar eine Zusammenstellung der verschiedenen existierenden Feenspezies. Dies zeigt, dass sich die Autorin wirklich Gedanken über die von ihr erschaffene Welt gemacht hat. Auch die eingefügten Steampunk-Elemente haben mir gut gefallen. Die von Aileana ertüftelten technischen "Spielzeuge" fand ich sehr beeindruckend und war stets neugierig, wie sie praktisch einsetzbar waren.

Trotzdem hat mir an der Geschichte einfach etwas gefehlt. Ich kann nicht einmal genau benennen, was es war, aber irgendetwas hat mich davon abgehalten, atemlos vor Spannung die Seiten umzublättern. Irgendwie schien mir die Handlung immer etwas dahinzuplätschern, obwohl es so viele Actionszenen gab. Aber einen richtigen Höhepunkt oder eine steigende Spannungskurve konnte ich leider nicht ausfindig machen. Normal bin ich zwar ein Fan von Kampfszenen, hier jedoch haben sie mich aufgrund der ständigen Wiederholung irgendwann gelangweilt.

Zwischendurch gab es natürlich ruhigere Passagen, die sich um Aileanas Schwierigkeiten gedreht haben, in der schottischen Adelsgesellschaft Fuß zu fassen. Ihr impulsiver und selbstbewusster Charakter macht sie zu einem Außenseiter in der streng normierten Welt des 19. Jahrhunderts. In ihrer kämpferischen Starrköpfigkeit hat mir Aileana gut gefallen, stellenweise fand ich ihre innere Zerrissenheit aber etwas zu überzogen dargestellt. Dass sie sich ständig in ihrer Mordlust aufgehen lässt und daraus ihre Kraft sammelt, konnte ich nicht immer nachvollziehen und die ständige Wiederholung desselben Musters hat nicht unbedingt zu meinem Lesefluss beigetragen.

Natürlich musste es dann auch soweit kommen- einem angedeuteten Liebesdreieck. Die Betonung liegt jedoch auf angedeutet, denn wer Aileanas tatsächlicher Herzenskandidat ist, wird schnell ersichtlich. Ihre Beziehung zu dem mysteriösen Kiaran konnte mein Herz jedoch nicht zum Flattern bringen. Klar, er scheint alles mitzubringen, was einen Romantasyheld ausmacht: Düster, geheimnisvoll, sexy- und er ist eine Fee. Trotzdem konnte ich einfach keine besonderen Eigenschaften an ihm feststellen, sein ganzer Charakter erschien mir zu glatt.

Fazit:

"Die Feenjägerin" ist kein schlechter Fantasyroman, der insbesondere durch sein historisches Setting und die actiongeladenen Szenen Pluspunkte sammeln kann. Nach dem gewissen Etwas, das den Auftaktroman zu etwas Besonderem machen könnte, sucht man jedoch vergeblich.

Bewertung: 


Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Samstag, 14. März 2015

Rezension: "Die Auslese- Nur die Besten überleben"


http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Auslese-Nur-die-Besten-ueberleben-Roman/Joelle-Charbonneau/e417475.rhd


Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 416 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 16,99 €
ISBN:  978-3764531171
Originaltitel: The Testing



Inhalt:

Cia ist überglücklich, als sie als Kandidatin für die "Auslese" bestimmt wird. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen wird sie zu Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob sie zur Universität zugelassen wird. Dieses Auswahlverfahren wurde nach langwierigen Kriegen und Naturkatastrophen ins Leben gerufen, um die Besten und Begabtesten der Nation zu bestimmen. Nur ihnen wird die Möglichkeit gegeben, hohe politische Ämter zu bekleiden. Aus Cias anfänglichem naiven Stolz wird jedoch schnell beklemmende Furcht, als ihr klar wird, auf was sie sich da eingelassen hat: Die Prüfungen sind mörderisch, die Kandidaten skrupellos und dann gibt es auch noch das erste Todesopfer. Plötzlich geht es nur noch um das nackte Überleben, denn am Ende werden nur die Besten die Auslese überstehen...

Meine Meinung:

Für mich gliedert sich dieses Buch in zwei Teile: Zunächst wird man langsam in die dystopische Welt eines von Kriegen zerstörten Amerikas eingeführt. Der Großteil des Landes ist öde und kahl, der Boden unfruchtbar, das Wasser verseucht. In der kleinsten Kolonie des Staates wohnt Cia mit ihrer Familie und fiebert dem Auswahlverfahren der Auslese entgegen. Die Handlung entwickelt sich eher gemächlich, man lernt erst die genaueren geschichtlichen Hintergründe zur Auslese kennen. Die Spannungskurve im ersten Teil bleibt also zunächst weitgehend flach.

Erst als die Auslese so richtig gestartet hat, konnte mich das Buch packen. Es kommt zu einigen unvorhergesehenen und tödlichen Überraschungen, die mein Thrillerherz schneller schlagen ließen. Die Prüfungs- und Konkurrenzsituation treibt die Kandidaten zum Äußersten und man muss sich unumgänglich fragen: Wie würde man selbst in einer solchen extremen Lage handeln? Kann blinder Egoismus und Überlebenswille einem wirklich zum Mörder machen? Diesen Aspekt fand ich wirklich sehr interessant, auch wenn die Grundidee natürlich aus "Die Tribute von Panem" bekannt ist.

Im letzten Drittel konnte ich das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen. Der letzte Teil der Auslese ist der gefährlichste und unberechenbarste, denn aus Freunden und Verbündeten können schnell Feinde werden. Die Spannung wird so konstant aufrecht erhalten und gipfelt immer wieder in actionreichen Szenen.

Besonders hervorheben möchte ich dabei Cias Entwicklung vom naiven und unbedarftem Koloniemädchen zur entschlossenen Kämpferin. Ich konnte mich gut mit ihrer überlegten und klugen Art anfreunden. Bei den Prüfungen besticht sie durch ihre Intelligenz und den Mut, ihre Fähigkeiten auch einzusetzen. Die anderen Figuren blieben mir jedoch durchgehend zu blass. Man erfährt nur wenig über ihre jeweiligen Hintergründe und so fiel es mir auch schwierig, eine richtige Bindung zu ihnen aufzubauen. Da wäre zum Beispiel Tomas, ein Junge aus Cias Heimatkolonie. Schon vor der Auslese sind sich die beiden ein wenig nähergekommen und nun wird er zu Cias wichtigstem Verbündeten. Leider habe ich nie so richtig dieses Knistern gespürt, wenn die beiden zusammen waren. So kann ich ihm auch nur das Prädikat "ganz nett" erteilen.

Meinungen, dass "Die Auslese" zu sehr von bekannten Dystopien wie "Panem" oder "Divergent" abgekupfert ist, kann ich auf jeden Fall verstehen. Von der Auswahl der Kandidaten aus den Kolonien bis hin zum eiskalten Kampf auf Leben und Tod gibt es klare Parallelen zu den Hungerspielen. Allerdings muss man sagen, dass sich die meisten Dystopien inzwischen zwangsläufig wiederholen. In allen Büchern tauchen immer wieder Plotmotive auf, die man schon bestens aus anderen Dystopien kennt. Trotzdem, gerade wenn man "Panem" noch frisch im Kopf hat, ist die Ähnlichkeit schon ziemlich frappierend. Deshalb wünsche ich mir, dass die Autorin im nächsten Band noch mehr zu ihrem eigenen Stil findet und einige wirklich neue Storyelemente miteinflicht. Dann könnte es das Zeug zu einer wirklich guten Dystopie haben.

Fazit:

Trotz der oben erwähnten Schwächen ist "Die Auslese" eine gelungene Dystopie, die vor allem in der zweiten Hälfte mit viel Spannung und Action besticht.

Bewertung: 


Sonntag, 1. März 2015

Rezension: "Silber- Das erste Buch der Träume"

http://www.fischerverlage.de/buch/silber-das_erste_buch_der_traeume/9783841421050



Verlag: Fischer FJB
Seitenzahl: 416 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 18,99 €
ISBN: 978-3841421050



Inhalt:

Begeistert ist Liv Silber nicht gerade, als sie mit ihrer Familie nach London ziehen muss, weil ihre Mutter dort einen Mann kennengelernt hat. Doch schon bald stolpert sie in das größte Abenteuer ihres Lebens: Plötzlich hat sie unheimliche Träume über geheimnisvolle Türen und düstere Rituale auf einem Friedhof. Noch unheimlicher ist allerdings, dass die vier Jungs aus dem Traum tatsächlich in ihre Schule gehen und sich genau wie sie an die nächtlichen Ereignisse erinnern. Zumal einer von ihnen ausgerechnet ihr neuer Halbbruder Grayson ist. Schon bald stoßt Liv an die Grenzen ihrer Logik- doch einem guten Rätsel konnte sie noch nie widerstehen...

Meine Meinung:

Mit ihrer Zeitreise-Trilogie hat Kerstin Gier die Latte natürlich ziemlich hoch gehängt für alle folgenden Jugendbücher. Doch "Silber" hält alles und viel mehr, was der Klappentext verspricht. Schon von der ersten Seite an fesselt das Buch mit seinem unverwechselbaren Schreibstil, der eben typisch Kerstin Gier ist. Die Sätze strotzen vor Witz und Charme, weshalb die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen.

Liv Silber ist eine unheimlich sympathische Protagonistin, die Gwendolyn in nichts nachsteht. Durch den Job ihrer Mutter, einer Literaturwissenschaftlerin, ist sie ein Nomadenleben gewöhnt und hat schon viel von der Welt gesehen. Sie ist eine sehr lockere und mutige Person, die sich nur zu gerne in neue Abenteuer stürzt. Trotzdem steht sie mit beiden Beinen fest am Boden und würde alles tun, um ihre Familie zu beschützen.

Auch die weiteren Figuren können mit ihrem einzigartigen Charakter überzeugen. Da wäre zum einen Livs lebhafte und detektivbegeisterte kleine Schwester Mia, die man einfach liebgewinnen muss. Angenehm war auch, dass sich die zwei Schwestern wirklich gut verstehen und sich nicht ständig wegen oberflächlicher Zickereien in die Haare kriegen. Dann gibt es noch das deutsche Kindermädchen Lottie Wastlhuber, die schon von klein auf zur Familie gehört. Oh, was habe ich das erste Mal gelacht, als ich ihren Namen gelesen habe! Vielen Dank, liebe Kerstin Gier, für diesen wunderbaren Buchcharakter! Mit ihrer mütterlich-umsorgenden und naiven Art bringt Lottie immer frischen Wind und Witz in die Handlung.

Als dann zum ersten Mal die Rede von den vier übernatürlich gutaussehenden blonden Jungs war, war ich erst einmal abgeschreckt. Schließlich kennt man das schon zur Genüge aus dutzenden mehr oder eher weniger guten Romantasy-Romanen. Aufgrund der zunächst sehr klischeehaften Beschreibung dieser vier Personen hatte ich zudem die Befürchtung, es könnte wieder die übliche Dreiecksbeziehung (oder gar eine Vierecksbeziehung) geben. Zum Glück kam es dann ganz anders.

Obwohl sie als "High-Society" der Schule angesehen werden, haben die Jungs mehr zu bieten, als es zunächst den Anschein hat. Jeder von ihnen hat einen ganz eigenen unverwechselbaren Charakter, der von liebenswürdig bis grüblerisch hin zu nervig reicht. Liv selbst begegnet der Gruppe mit ihrer üblichen Mischung aus Neugier und Sarkasmus, so dass es immer zu unterhaltsamen Schlagabtauschen kommt.

Was die Handlung betrifft, so kann ich nur sagen, dass den Leser reichlich Spannung und eine ordentliche Portion Mystery erwartet. Fantasyfans werden ganz auf ihre Kosten kommen, denn es geht sowohl um erschreckend reale Träume als auch Dämonenbeschwörungen und dunkle Rituale. Die Idee dahinter mag vielleicht nicht unbedingt neu sein, doch die wunderbaren Charaktere und der unterhaltsame Schreibstil machen die Geschichte ganz und gar einzigartig.

Fazit:

Alle Fans der Edelstein-Trilogie werden dieses neue Fantasyabenteuer von Bestsellerautorin Kerstin Gier lieben!

Bewertung: 


Sonntag, 11. Januar 2015

Rezension: "Grischa 3- Lodernde Schwingen"

http://www.carlsen.de/hardcover/grischa-band-3-lodernde-schwingen/23694


Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 432 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 18,90 €
ISBN: 978-3551582973
Originaltitel: The Grisha 3- Ruin and Rising



Inhalt:

Nach dem Kampf mit dem Dunklen hat Alina nur knapp überlebt und Zuflucht im unterirdischen Reich des Asketen gefunden. Doch der äußere Schein trügt: Die vergötterte Sonnenkriegerin wird wie eine Gefangene behandelt und muss sich mit den Intrigen des gefährlichen Asketen auseinander setzen. Dabei ist es nun wichtiger als nie zuvor, dass sie an die Oberfläche zurückkehrt und ihre Suche nach dem Feuervogel fortsetzt. Denn nur durch die Vereinung der drei Kräftemehrer ist sie mächtig genug, um den Dunklen und seinen verheerenden Plänen Einhalt zu gebieten. Der Kreis ihrer Vertrauten ist dabei kleiner denn je, und auch ihre Beziehung zu Maljen ist äußerst angespannt. Um Rawka zu retten, begeben sich die Verbündeten auf eine Reise voller Gefahren, stets verfolgt von den Schergen des Dunklen und den drohenden Händen des Verrats...

Meine Meinung:

Da es schon etwas länger her war, seit ich die ersten zwei Bände gelesen habe, fiel es mir anfangs etwas schwer, wieder in die Welt der Grischa zurückzufinden. Die Geschichte setzt relativ abrupt nach dem Ende des zweiten Teils ein, ohne dass weitere Erklärungen zu den zuvor erfolgten Ereignisse gegeben werden. Neben Alina, der mächtigen Sonnenkriegerin mit der Gabe des Lichts, trifft man auch viele andere Grischas aus den Vorgängerbänden wieder. Mit den verschiedenen Namen und Begriffen musste ich so anfangs ziemlich jonglieren, um eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Sehr hilfreich dabei war das Glossar auf den letzten Seiten, das neben den wichtigsten Begriffen auch die verschiedenen Personen und Schauplätze aufführt. Gerade in so einer komplexen Welt finde ich diese Details sehr wichtig- es zeigt, wie unglaublich durchdacht und strukturiert die Autorin Rawka erschaffen hat.

Auch die allgemeine Gestaltung des Buches möchte ich dabei hervorheben- insbesondere die Karte von Rawka zu Beginn des Romans. Die Zeichung ist nicht nur wunderschön illustriert, sondern auch das wichtigste Hilfsmittel, um sich in der Grischa-Welt zurechtzufinden. Schon allein die Ortsnamen erwecken dabei die Lust am Fremdartig-fantastischen: Petrazoj, Poliznaja, Ahmrat Jen... Man merkt deutlich die Einflüsse der russisch-slawischen Kultur, was unheimlich zur besonderen Stimmung im Buch beiträgt.

Die Sprache selbst ist wie auch in den Vorgängerbänden sehr angenehm zu lesen, zuweilen detailgetreu und poetisch, dann wieder schlichter und von Dialogen geprägt. Alinas Verlorenheit und Verzweiflung angesichts der aussichtslosen Situation werden sehr authentisch geschildert. Die Atmosphäre ist meist düster, doch zwischendurch sorgen auch einige auflockernde Passagen für Abwechslung. Insbesondere Nikolaj, der Sohn des Zaren, überzeugt durch seine jungenhaft-sympathische Art. Seine bloße Präsenz schien die Stimmung im Buch etwas aufzuhellen und einen Lichtstreif an den Horizont zu malen.

Teilweise erschien mir die Handlung etwas langatmig und von Beschreibungen durchtränkt. Auch mit Alina konnte ich mich nicht immer hundertprozentig identifizieren. Ihre Machtfantasien und ihre mysteriöse Anziehung zum Dunklen waren mir teilweise etwas befremdlich. Doch gerade im Gegensatz zum zweiten Teil durchläuft sie hier einen Entwicklungsprozess und muss über sich selbst hinauswachsen. Plötzliche Wendungen und überraschende Auflösungen verlangen nicht nur ihr, sondern auch dem Leser das Äußerste ab.

Glücklicherweise entfiel auch die von mir befürchtete Dreiecksgeschichte. Der romantische Anteil in der Handlung ist eher dezent und zart, doch dafür umso lebensnaher. Mein persönliches Highlight im Buch war das allerletzte Kapitel, das einfach wunderschön geschrieben ist und mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Für mich ein mehr als perfekter Ausklang, der genau den richtigen Schlusspunkt setzt.

Fazit:

Ein sehr gelungener Abschluss einer außergewöhnlichen Trilogie. Bis zum Ende fiebert man mit den Figuren mit und bangt um ihr Schicksal. Der besonderen Magie von Rawka und der Grischa kann man sich nur schwer entziehen!

Bewertung: 


Sonntag, 4. Januar 2015

Rezension: "Die Auserwählten- Im Labyrinth"

http://www.carlsen.de/taschenbuch/die-auserwhlten-im-labyrinth/22191


Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 496 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 9,99  €
ISBN: 978-3551312310
Originaltitel: The Maze Runner



Inhalt:

Thomas erwacht eines Tage ohne Gedächtnis auf einer Lichtung inmitten einer Gruppe von fünfzig anderen Jungen. Der mysteriöse Platz ist umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem gefährliche Kreaturen hausen und Angst und Schrecken verbreiten. Seit Jahren schon versuchen die Jungen, einen Ausweg durch das Labyrinth zu suchen. Wer sie hierher geschickt hat oder warum, das wissen sie nicht. Thomas versucht sein bestes, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und die rätselhaften Vorgänge auf der Lichtung zu verstehen. Doch durch sein Erscheinen wird eine ganze Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, die Misstrauen und Zwietracht in der Gruppe säen. Ihr Überlebenskampf scheint aussichtsloser denn je- doch Thomas setzt alles daran, um hinter das Geheimnis des Labyrinths zu kommen.

Meine Meinung:

Zuallererst muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich den Film schon vor dem Lesen gesehen habe. Deshalb wusste ich natürlich vorher schon über die meisten Hintergründe zu den Geschehnissen auf der Lichtung Bescheid. Erstaunt war ich dann trotzdem, wie sehr sich manche Szenen von Buch und Film unterscheiden. Beide Versionen haben aber meiner Meinung nach ihren eigenen Reiz.

Der Einstieg fühlt sich für den Leser ein wenig an wie Thomas' plötzliches Erwachen in der Box: Man ist sofort mitten im Geschehen, hängt aber bezüglich des genauen Aufbaus der Welt in der Luft. Dementsprechend ist es anfangs schwierig, einen Bezug zu den Charakteren und ihrem Schicksal herzustellen. Geheimnisse werden nur langsam aufgelöst, was das Leseerlebnis mitunter frustrierend machen kann.

Andererseits trägt die Rätselhaftigkeit der Ereignisse auch großen Anteil an der Spannungskurve im Roman. Der Autor versteht es sehr geschickt, bestimmte Anspielungen und Erinnerungen einzuflechten, ohne zu viel zu verraten. So kann sich Thomas zwar daran erinnern, wie die Welt grundlegend funktioniert- doch wie er das gelernt hat oder wie er aufgewachsen ist, entzieht sich seinem Bewusstsein. Die Einsicht in seine Gedanken ist sehr interessant, doch mir persönlich waren die ständigen Wiederholungen des Offensichtlichen etwas zu viel.

Die Sprache ist sehr einfach und klar, wenn auch zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Daran haben auch die vielen "Insiderwörter" großen Anteil, die die Jungen innerhalb ihrer Gruppe eingeführt haben. Genau wie Thomas gewöhnt man sich aber schnell an ihre Verwendung und nimmt sie irgendwann als selbstverständlich wahr.

Besonders herausheben möchte ich auch noch mal den Schluss, der mit einem wahren Cliffhänger endet. Hier erwartet den Leser neben spannenden Actionszenen noch einmal eine emotionale Achterbahnfahrt. Zwar scheinen mehr neue Frage aufgeworfen als gelöst zu werden, doch man erhält endlich Einblicke in die Organisation der Welt jenseits des Labyrinths und darf gespannt sein, wie die Geschichte im zweiten Teil weitergesponnen wird.

Fazit:

Trotz kleinerer Schwächen ein sehr spannender und kurzweiliger Roman, der durch sein packendes Finale definitiv Lust auf mehr macht. Besonders durch das einzigartige Rätsel um das Labyrinth hebt sich das Buch auch von anderen Dystopien ab.

Bewertung: 


Samstag, 8. November 2014

Rezension: "Elfenmagie"

http://www.aufbau-verlag.de/index.php/elfenmagie.html


Verlag: Aufbau Taschenbuch
Seitenzahl: 976 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 16,99  €
ISBN: 978-3746627380



Inhalt: 

Das Leben der jungen Vanora ändert sich von einem Tag auf den anderen, als ein mysteriöser Mann nachts bei ihrem Vater erscheint. Zwar ist sie noch ein Kind, doch von nun an wird sie regelmäßig in Kampf und Magie unterrichtet. Was sie nicht ahnt: Glendorfil, ihr Lehrer, ist ein Dunkelelf. Und sie selbst keineswegs ein normales Dorfmädchen. Tatsächlich findet sie sich bald als Spielball zwischen den Fronten von Licht- und Dunkelelfen wieder. Denn beide brauchen Vanoras Macht- wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. So will Alkariel, die Königin der Lichtelfen, mithilfe von Vanoras Blut das gespaltene Reich wiedervereinen. Doch wen kann kann man in dieser düsteren Welt wirklich trauen?

Meine Meinung:

Dieses Buch ließ mich eher zwiespältig zurück. Aufgrund der überwältigenden Zahl an begeisterten Bloggern waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Zunächst hatte ich zunehmenden Spaß daran, mich in der Welt von Elvion einzufinden. Nach dem verheißungsvollen Prolog setzt die Geschichte in Vanoras Kindheit an. Die Geschichte wird aus verschiedenen Erzählperspekteiven erzählt, was mir sehr gut gefiel. Dadurch kann man die persönlichen Entwicklungen der Figuren gut nachvollziehen und erhält mehr Einblicke  und Hintergrundinformationen zur magischen Elfenwelt.

Ungefähr nach dem ersten Drittel wurde es dann aber zäher - was wohl hauptsächlich daran lag, dass ich mich den zwei Hauptprotagonisten gar nicht anfreunden konnte. Das ist natürlich von Leser zu Leser verschieden, doch ich persönlich konnte nicht viel mit der Liebesgeschichte von Vanora und Nevliin anfangen. Auch wenn ich eine Prise Romantik in Büchern sehr schätze, wurde es mir etwa ab der Mitte des Romans zu viel. Tatsächlich musste ich mich über die völlige Rücksichtslosigkeit des Paars gegenüber anderen unheimlich ärgern. Wenn durch ihr Tun jemand anderer verletzt wurde, dann war es schnell vergessen oder sogar willkommen, doch wehe dem Geliebten passierte etwas! Leidtragender des Ganzen war jedes Mal der Dunkelelf Eamon, dessen Herz viel heller war als das der zwei Lichtelfen. Doch auch seine übertriebene Rücksichtnahme auf die undankbare Vanora wurde mir schnell zu viel.

Absolut positiv ist auf jeden Fall die liebenswerte Figur des Kobolds Bienli und seiner Frau Finola. Jedes Kapitel aus seiner Sicht stellte daher ein Highlight dar. Der Humor kommt also nicht zu kurz, taucht dabei an manch unerwarteter Stelle auf und zauberte mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht. Auch andere Nebenfiguren wie Eamons berechnende Schwester Liadan oder seinen spitzbübischen Vetter Ardemir fand ich um einiges interessanter und symphatischer als das „düstere“ Liebespaar um Vanora und ihren kalten Lichtritter.

Mit dem letzten Drittel riss mich „Elfenmagie“ wieder stärker mit - die Kampfszenen zwischen Angst, Wut und Trauer sind packend geschrieben und lassen einem so schnell nicht wieder los. Außerdem kommt es zu unerwarteten Wendungen und Enthüllungen, die endlich Licht ins Dunkel bringen. Meiner Meinung nach ein toller Abschluss, der im Gegensatz zu anderen Büchern nicht zwingend einen perfekten Ausgang schildert, sondern genau hier den Roman am stärksten macht: realistisch, phantastisch, herzergreifend.

Fazit:

Ein Fantasyroman, der mich mit sehr gemischen Gefühlen zurücklässt: Eine spannende Welt, ein vielversprechender Plot- doch leider konnte ich zu manchen Figuren gar keine Bindung aufbauen.
So bleibt die Frage nur noch: „Elfenkrieg“ lesen- ja oder nein? Hmm… Vielleicht wenn Bienli wieder dabei ist :)

Bewertung:



Freitag, 7. November 2014

Rezension: "Firelight- Brennender Kuss"

http://www.loewe-verlag.de/titel-1-1/firelight_brennender_kuss-4303/


Verlag: Loewe
Seitenzahl: 376 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3785570456
Reihe: Firelight 1


Inhalt:

"Würde er die Wahrheit kennen, wäre er nicht hier. Wenn er wüsste, wer ich wirklich bin, was ich bin..."
Jacinda ist nicht das normale Mädchen, das sie zu sein scheint- sie ist eine Draki, genauer gesagt eine Feuerdraki. Ihr Rudel hält sich von den Menschen in den Bergen versteckt, immer auf der Hut vor ihren Feinden, den Jägern. Als Jacinda auf einem heimlichen Ausflug von Drachenjägern beinahe getötet wird, schenkt ihr einer ihrer Feinde das Leben- Will, ein wunderschöner und geheimnisvoller Junge. Danach spitzt sich die Situation zu: Das übrige Rudel, allen voran der Anführer und sein Sohn Cassian, wollen Jacinda wegen ihres unvorsichtigen Verhaltens bestrafen, weshalb ihre Mutter sie und ihre Zwillingsschwester in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in eine andere Stadt schleift. Dort soll Jacinda ihren inneren Draki töten und alle Erinnerungen an ihr Drachendasein vergraben. Ein normales Leben, inklusive Highschool und Cheerleader, winkt- glücklicherweise trifft sie da erneut auf Will, und beide entwickeln Gefühle füreinander. Doch Will ahnt nichts von ihrer wahren Natur...

Meine Meinung:

Sophie Jordans spezielle Drachen, die Draki, bilden im Universum der Romantasy ein erfrischend neues Element. Die Idee hinter den drei Parteien, dem Rudel, den Jägern und den Enkros, ist durchaus originell und bietet viel Potenzial. Umso enttäuschender ist es dann doch, dass Informationen über zentrale Fragen eher spärlich ausfallen. Selbst zum Ende hin wird man weiter über wichtige Punkte im Dunkeln gelassen- einerseits natürlich ein Mittel zur Spannungssteigerung, andererseits gewinnt die Geschichte dadurch leider auch an Oberflächlichkeit.

Neben diesem Manko fällt mein Eindruck über diesen Roman durchwegs positiv aus: Die insgesamt 367 Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin, was sicher auch am einfachen Schreibstil des Buches liegt. Gleich das erste Kapitel wird spannend eröffnet und spannt einen interessanten Bogen zur weiteren Handlung. Jacinda und Will, die beiden Hauptcharaktere, sind wunderbare Figuren, die verzweifelt um ihre Liebe und alles, was ihnen wichtig ist, kämpfen.

Die Handlung konzentriert sich hauptsächlich auf ihre vorsichtige Annäherung und die zarten Gefühle, die zwischen ihnen entstehen. Diese verbotene Liebe in einem durchwegs gefährlichen Umfeld ist dabei mit der genau richtigen Prise Romantik versehen und schweift zum Glück auch nicht in die kitschige Schiene ab. Etwas zu ausführlich geschildert dagegen ist Jacindas ständige Hin-und Hergerissenheit zwischen alter Loyalität und neuen Empfindungen.

Fazit:

In "Firelight" entführt Sophie Jordan den Leser in eine düster-romantische Welt voller Spannung und Gefühl. Für den zweiten Teile erhoffe ich mir, dass viele der offenen Fragen beantwortet werden und insgesamt noch mehr in die Tiefe gegangen wird..

Bewertung: