Freitag, 26. Juni 2015

Rezension: "Das Herz von Libertalia"


http://www.beltz.de/kinder_jugendbuch/produkte/produkt_produktdetails/14035-das_herz_von_libertalia.html


Verlag: Beltz & Gelberg
Seitenzahl: 461 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3407811875



Inhalt:

Irland, um 1700: Anne Bonny kommt als uneheliches Kind zur Welt und wird von ihrem Vater als Junge aufgezogen. Die Männerkleider verschaffen ihr Vorteile, aber Anne will sie selbst sein. Als junge Frau gilt sie als die "verlockendste und herausforderndste Schöne" von ganz Charles Towne. Doch "irgendeinen dieser gelackten Affen heiraten"? Nie im Leben! Zu groß ist Annes Hunger nach Freiheit, zu stark ihr Traum vom wilden Leben im sagenhaften Piratenreich "Libertalia". Annes Herz entflammt für den Piratenkapitän James Bonny – sie brennt mit ihm durch und geht auf wüste Kaperfahrt durch die Karibik ...

Meine Meinung:

Was mich gleich von Anfang an für dieses Buch eingenommen hat, war die Thematik. Vor einigen Jahren gab es ja dank "Fluch der Karibik" einen riesigen Piraten-Hype, mit dem auch ich mich infiziert habe. Mittlerweile ist dieser allerdings in der Medienlandschaft schon ziemlich abgeflaut und man sieht kaum noch Bücher oder Filme, die sich mit der Piraterie beschäftigen. Das finde ich ziemlich schade, denn der Stoff bietet großes Potenzial für eine tolle und abenteuerreiche Geschichte.

Umso begeisterter war ich, als ich "Das Herz von Libertalia" entdeckt habe. Das Buch startet mit einem Prolog, in dem die Protagonistin Anne im düsteren Kerkerloch in Jamaika sitzt und ihrem sicheren Tod entgegenblickt. So ist man gleich mittendrin im Geschehen und fragt sich unweigerlich, welcher Lebensweg ihr wohl dieses Schicksal beschert hat. In einer Rückblinde wird anschließend von ihrer packenden Vergangenheit erzählt. Als uneheliches Kind wird sie von ihrem Vater in Jungenkleider gesteckt und eignet sich so typische männliche Verhaltensweisen an. Schnell erkennt sie, welch unfaire Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern herrschen: Während Mädchen sittsam und unterwürfig sein sollen, haben Jungen viel mehr Freiheiten und Entfaltungsmöglichkeiten.

Doch Anne rebelliert. Gegen ein Leben als fügsame Gutsbesitzertochter, die man als ausstaffierte Puppe an den meistbietenden Heiratswilligen verkaufen kann. Gegen die Zwänge der Gesellschaft, die ihr nur ein Leben als Ehefrau und Mutter in Aussicht stellen. Kurzerhand brennt sie mit ihrem Verehrer durch und landet auf New Providence, der Hochburg der Piraterie. Hier findet sie Freundinnen, die zu ihr stehen und behauptet ihre Position als starke Frau, der Respekt gebührt. Auch wenn das Leben ihr immer wieder Hindernisse in den Weg stellt und sie mehr als einmal am Abgrund ihrer Existenz steht, geht sie unbeirrt ihren Weg weiter.

Anne war mir unheimlich sympathisch, gerade weil sie eine sehr unkonventionelle Figur darstellt. Sie kämpft, flucht, streitet, trinkt und hat auch keine Scheu, sich in Affären zu stürzen. Wer eine Vorliebe für ausgeglichene und "anständige" Protagonisten hat, dürfte sich dagegen mit Anne schwer tun. Doch ich habe es geliebt, wie sie der Männerwelt Paroli geboten hat. Denn ganz richtig hat sie erkannt: Männer wollen nicht, dass Frauen intelligent oder stark sind, weil sie sich ansonsten gefährdet fühlen. Eine Frau ist in ihren Augen entweder liebende Ehefrau und Mutter oder ein leichtes Flittchen. Die Art und Weise, wie sich Anne trotz allem Respekt verschafft hat - und das unter einem Haufen nicht gerade toleranter Piraten -, fand ich wirklich bewundernswert.

Kritikpunkte habe ich nur zwei kleinere: Zum einen stellt Anne aufgrund ihrer selbstbewussten Art alle anderen Charaktere in den Schatten. Sie tauchen zwar auf und spielen mit, aber eine richtige Bindung konnte ich leider nicht zu ihnen aufbauen. Das spricht natürlich umso mehr für die Protagonistin, allerdings ist es auch schade, dass mir die anderen Figuren nicht stark im Gedächtnis geblieben sind. Zum anderen empfand ich das Ende als nicht ganz befriedigend. Gerade aufgrund der langen und beschwerlichen Reise, auf die man Anne die ganze Geschichte lang begleitet hat, hätte ich mir irgendwie noch mehr vom Ende erhofft.

Fazit:

Bildgewaltige und fesselnde Abenteuerreise einer verruchten Heldin quer durch die Karibik - wer starke Frauenfiguren und spannungsreiche Geschichtsromane mag, kann mit diesem Buch nichts falsch machen.

Bewertung: 



Vielen Dank an den Beltz Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Huhu Sana :)

    Ich schreibe das einmal unter diesem Post hier: DU wurdest von mir getaggt! :D Schau mal vorbei, ob du mitmachen möchtest ^_^

    Die Sieben Todsünden

    Liebste Grüße

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    1. Hey Laura,
      liebsten Dank fürs Taggen, da mache ich sehr gerne mit! Ich schaue gleich mal bei dir vorbei ;)

      Liebe Grüße :)

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  2. Der Klapptext hat mich sofort angesprochen, weil ich die Thematik und generell solche Protagonistinnen mag und deine Rezension enttäuscht mich nicht, weshalb ich das Buch mal auf meine WuLi setze. ^^

    Liebe Grüße :)

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    1. Hey Dana,
      ich kann das Buch wirklich nur empfehlen, vor allem, wenn du auch solche Heldinnen magst :)

      Liebe Grüße :)

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