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Sonntag, 23. August 2015

Rezension: "Schwert & Rose"



http://www.randomhouse.de/Presse/Taschenbuch/Schwert-und-Rose/Sara-B-Larson/pr455935.rhd?mid=2&showpdf=false&per=549441&men=1&pub=16000#tabbox


Verlag: cbt
Seitenzahl: 384 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 12,99 €
ISBN: 978-3-570-30945-2
Originaltitel: Defy



Inhalt:

Alexa ist eine exzellente Schwertkämpferin. Als sie mit vierzehn ihre Eltern verliert, tritt sie der königlichen Leibgarde bei – und aus Alexa wird Alex. Drei Jahre später hat sich Alexa an die Spitze von Prinz Damians Elitegarde gekämpft. Als sie zum Leibwächter des Prinzen avanciert, stellt sie fest, dass der hochmütige Prinz dunkle Geheimnisse verbirgt. Ihr eigenes Geheimnis droht ans Licht zu kommen, als Damian, Alexa und Rylan, ein weiterer Gardist, entführt werden. Plötzlich steht Alex am Abgrund einer tödlichen Intrige – und zwischen zwei Männern, die um ihr Herz kämpfen …

Meine Meinung:

Dieses Buch hat eigentlich genau die richtigen Zutaten, um es auf die Liste meiner Lieblinge zu schaffen- dachte ich zumindest. Sowohl das Cover als auch die Inhaltsangabe haben mich sofort angesprochen. Ich erhoffte mir actionreiche Kampfszenen, höfische Intrigen und eine verwegene Kick-Ass-Heldin. Der Anfang begann auch recht vielversprechend: Alexa und ihr Zwillingsbruder Marcel werden Zeuge eines feindlichen Überfalls, bei dem ihre Eltern zu Tode kommen. Als sich die königliche Armee nähert, treffen sie die Entscheidung, Alexa als Junge auszugeben. Denn nur so kann sie dem grausamen Schicksal entgehen, das Mädchen und Frauen im Königreich Antion ereilt.

 Man hielt mich für den Besten. Ich war der Schnellste, der 
Geschickteste im Bogenschießen, und unübertroffen mit 
dem Schwert.

Einige Jahre später sind Alexa und Marcel in die Leibgarde von Prinz Damian aufgestiegen. Alexa ist die begabteste Schwertkämpferin von allen Soldaten, nicht einmal ihr Bruder kann es mit ihr aufnehmen. Als Alex ist sie für die Leibgarde unentbehrlich geworden. Die ersten fünfzig Seiten haben mir eigentlich recht gut gefallen. Gut, man merkt gleich, dass die Autorin kein gewaltiges Fantasy-Epos geschrieben hat und dass das Zielpublikum eher jüngere Mädchen sind. Trotzdem war ich optimistisch- bis Prinz Damian ins Spiel kam. Ab da ging es für mich nur noch steil bergab.

Alexa hält ihn eigentlich für einen eingebildeten Snob, doch als sich geheimnisvolle Geschehnisse häufen, lernt sie ihn von einer ganz anderen, sanften Seite kennen. Leider konnten mich weder Damians Charakter noch die Liebesgeschichte zwischen ihm und Alexa überzeugen. Die ganze Handlung trieft sozusagen nur vor lauter Klischees. Der eigentliche Bad Boy entpuppt sich als mitfühlender und edelmütiger Ritter, der nur von allen falsch verstanden wird. Und natürlich hat er insgeheim einen aufopferungsvollen Plan entwickelt, um der Gewaltherrschaft des Bösen ein Ende zu bereiten. Manche Textstellen wie das folgende Zitat waren wirklich stark an der Grenze der Erträglichkeit.

Als das sanfte Licht der Morgendämmerung sein Gesicht liebkoste, 
kam mir unwillkürlich der Gedanke, dass das Schönste
 an Antion er war.

Zu allem Übel verwandelt sich die kämpferische Alexa vom Beginn auf einmal in eine ständig errötende schmachtende Pute, die nichts anderes zu tun hat, als die körperlichen Vorzüge ihrer Verehrer hervorzuheben. Derer sind nämlich gleich zwei- leider. Das Liebesdreieck zwischen Alexa, Damian und dem Gardisten Rylan, der ein enger Freund Alexas ist, dominiert sozusagen das ganze Buch. Beide würden alles dafür tun, um Alexa für sich zu gewinnen. Wieso, wird leider nicht erklärt. Ebenso unrealistisch finde ich, dass die zwei wenig überrascht darauf reagieren, dass der zähe Soldat Alex eigentlich ein Mädchen ist. Meiner Meinung nach hat es sich die Autorin damit unheimlich einfach gemacht.

Das eigentlich Spannende an dem Buch, nämlich der Konflikt zwischen den Königreichen Antion und Blevon, gerät dabei völlig zur Nebensache. Geärgert hat mich zudem, dass eine sehr strikte Trennung von Gut und Böse besteht. Dadurch wirkt alles nur noch sehr viel mehr vorhersehbar und stereotyp. Schon nach einem Drittel habe ich mich also schrecklich gelangweilt und war von den Figuren stark genervt. Durchgehalten habe ich nur, weil mir der Anfang eigentlich gut gefallen hat und ich immer noch auf eine positive Wendung gewartet hätte.


Fazit:

Flache Figuren, klischeehafte Handlung und dazu ein alles dominierendes Liebesdreieck: Dieses Buch ist wirklich nur für Leser geeignet, die nichts gegen eine Über-Überdosis Romantik haben. Fantasy-Fans werden dagegen unweigerlich eine schwere Enttäuschung erleben.

Bewertung: 


Sonntag, 16. August 2015

Rezension: "Der Rithmatist"



http://www.randomhouse.de/Buch/Der-Rithmatist-Roman/Brandon-Sanderson/e475538.rhd

Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 432 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3-453-26986-6
Originaltitel: The Rithmatist



Inhalt:

Wie wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher, als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in ihm erwacht …

Meine Meinung:

Brandon Sanderson hat es geschafft, in "Der Rithmatist" eine komplett eigenständige Welt zu entwerfen. In der Handlung dreht sich alles um die sogenannte Rithmatik, auch Kreidemagie genannt. Der Protagonist Joel würde alles dafür tun, um ein Rithmatist zu werden. An seiner Schule, der Armedius-Akademie, herrscht jedoch eine strikte Trennung von "normalen" Schülern und Rithmatik-Schülern. Da er als Kind nicht als Rithmatist erwählt wurde, muss sich Joel mit eigenständigen Recherchen zum Thema begnügen. Durch seine Hartnäckigkeit schafft er es tatsächlich, engeren Kontakt zu einem Rithmatik-Professor zu knüpfen. Als eine geheimnisvolle Entführungswelle das Land erschüttert, stürzt Joel sich mit Feuereifer in die Aufklärung des Falles. Zuhilfe kommen ihm dabei nicht nur sein eigenes Wissen und Geschick, sondern auch die trotzige Rithmatik-Schülerin Melody.

"Ich will in Nebrask die Inseln verteidigen. Ich will dienen. Lass mich bitte 
ein Rithmatist werden."

Von dem Konzept der Rithmatik war ich sofort angetan. Es ist einfach mal wieder etwas anderes als die Themen, die zurzeit sonst so in Jugendbüchern rumschwirren. Meine Begeisterung dafür wurde vor allem durch die eingefügten Zeichnungen und Erklärungen entflammt. Dadurch bleibt die Rithmatik-Theorie nicht abstrakt, sondern wird lebendig. Anfangs war es vielleicht ein wenige schwierig, ein Gespür dafür zu bekommen, doch die besondere Aufmachung des Buches macht es dem Leser leichter. Ich bin immer noch erstaunt darüber, wie wahnsinnig komplex die Welt ist, die der Autor erschaffen hat. Das Buch liefert unheimlich viele Informationen was die Rithmatik betrifft und geht dabei auch auf historische und politische Hintergründe ein. Immer wieder wird aus wissenschaftlichen Abhandlungen zitiert, was das Ganze sehr plausibel und authentisch macht. Zugegebenermaßen war es mir an manchen Stellen ein wenig zu theoretisch- meiner Meinung nach hätte man z.B. die seitenlangen Auszüge aus einem wissenschaftlichen Werk kürzen können.

Interessant ist zudem, dass "Der Rithmatist" gänzlich verschiedene Elemente aus Steampunk, Fantasy und Krimi vereint. Es ist wirklich schwierig, das Buch einem bestimmten Genre zuzuordnen. Mir persönlich gefällt diese Mischung sehr gut, da es den Roman zu etwas besonderem macht. Durch die Internats-Atmosphäre fühlt man sich außerdem an Harry Potter erinnert. Das soll jetzt nicht heißen, dass Armedius ein neues Hogwarts ist oder der Autor etwas von J. K. Rowling abgekupfert hätte- ganz im Gegenteil. Die Komplexität des Rithmatik-Universums hebt das Buch als definitiv eigenständiges Werk hervor.

Ein Wesen aus der Tiefe selbst. Die Gesalt wand sich und bebte wie ein 
pechschwarzes, mit Holzkohle gemaltes Feuer.

Manche Figuren fand ich aber tatsächlich so liebevoll entworfen, als seien sie der Harry Potter-Welt entsprungen. Vor allem Joel und Melody haben mir gefallen, die ein äußerst sympathisches Gespann abgeben. Ihre Freundschaft ist einfach unverfälscht und echt und zudem herrlich erfrischend. Vor allem Melody schafft es immer wieder, eine angespannte Situation durch ihren trotzig-nervigen Charme aufzulockern. Auch den nervösen Rithmatik-Professor Fitch habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Durch seine unbedarfte und zerstreute Art hat man unweigerlich das Bedürfnis, ihn zu beschützen. Trotzdem erweist er sich als wertvoller Mentor für Joel und Melody im Kampf gegen die unheimliche Bedrohung von außen.


Fazit:

"Der Rithmatist" dürfte sicherlich alle Leser verzücken, die auf der Suche nach anspruchsvoller und klischeeloser Fantasy-Literatur sind. Die eingefügten Illustrationen und die erfrischend neuen Ideen heben das Buch außerdem aus der Masse der Jugendbücher hervor.

Bewertung: 


Vielen Dank an den Heyne fliegt Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Sonntag, 3. Mai 2015

Rezension: "Obsidian- Schattendunkel"


http://www.carlsen.de/hardcover/obsidian-band-1-obsidian-schattendunkel/40913



Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 400 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 18,90 €
ISBN: 978-3551583314
Originaltitel: Obsidian- A Lux Novel


Inhalt:

Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um "neue Freunde" zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…

Meine Meinung:

Mit diesem Buch hatte ich so einige Probleme. Es gibt kaum einen Blog, der nicht in höchsten Tönen von der Lux-Reihe schwärmt. Anfangs hatte ich schon einige Bedenken, weil die Geschichte eher klischeehaft statt orignell klingt. Auch die Warnung, dass Obsidian sehr starke Ähnlichkeiten mit Twilight aufweist, hat mich abgeschreckt. Aber natürlich wollte ich wissen, was hinter dem ganzen Hype steckt. Die Bewertungen auf allen Buchportalen sind schließlich überwältigend positiv.

Und so begann ich also meine Reise in das Lux-Universum. Man trifft auf die Buchbloggerin Katy, die sich mit allen Mitteln gegen ihre Gefühle für den geheimnisvollen Daemon wehrt. Daemon ist ein typischer Bad Boy nach dem Schema "harte Schale, weicher Kern". Zwischen den beiden knistert es eigentlich schon von Beginn an und man merkt sofort, dass eine gewisse Chemie vorhanden ist. Die zum Teil spritzigen Dialoge machen ihr Verhältnis sehr unterhaltsam und als Leser muss man öfters über Daemons zum Teil sehr kernige Sprüche schmunzeln.

Auf Dauer wurde mir das ständige Hin und Her zwischen den beiden aber zu viel. Die Dialoge scheinen sich ständig zu wiederholen und ihre Beziehung entwickelt sich nicht wirklich weiter. Ist Daemon mal offener, dann gibt sich Katy unnahbar und zickig; wenn sie einen Schritt auf ihn zugehen will, ist er auf einmal wieder distanziert und feindselig. Klar, es ist immer eine gewisse unterschwellige Spannung vorhanden, die die Geschichte am Leben hält. Mir persönlich war das Liebesdrama aber zu übertrieben.

Deshalb stehe ich auch den Figuren sehr zwiegespalten gegenüber. Dass Katy eine buchbegeisterte Bloggerin ist, machte sie mir anfangs gleich sympathisch. Allerdings war sie mir im Laufe der Handlung zu launisch und unreif, als dass ich sie wirklich ins Herz hätte schließen können. Daemon ist halt eine männliche Hauptfigur aus dem Bilderbuch: Sexy, mysteriös- und natürlich mit einer gespaltenen Persönlichkeit. Das ständige Umschalten von "heiß" auf "kalt" fand ich einfach zu extrem. Und natürlich kommt es dann auch noch zu einigen Eifersuchtsszenen, die nicht typischer für ein Highschooldrama sein könnten.

Um fair zu sein, muss man wohl auch sagen, dass ich nicht ganz unbefangen an das Buch rangegangen bin. Schon zu Beginn war ich mir unsicher, ob es nun tatsächlich etwas für mich ist. Das hat mich vielleicht davon abgehalten, eine engere Bindung zu den Figuren aufzubauen. Auch die Tatsache, dass ich ständig die Biss-Reihe im Hinterkopf hatte, machte es sehr schwierig für mich, mich ganz auf die Geschichte einzulassen. Mir kam es einfach so vor, als hätte ich genau diese Story schon einmal gelesen. Dementsprechend wenig konnte mich "Obsidian" mit Spannungsmomenten überraschen.

Fazit:

Mich hat "Obsidian" stellenweise eher an eine Fanfiction zu Twilight erinnert. Den Schreibstil und die Plotstruktur fand ich recht ordentlich, aber insgesamt fehlte mir einfach die Originalität hinter der Geschichte.

Bewertung: 



Donnerstag, 9. April 2015

Rezension: "Die Feenjägerin"


http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Feenjaegerin-Roman/Elizabeth-May/e462671.rhd 


Verlag: Heyne
Seitenzahl: 400 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 13,99 €
ISBN: 978-3453316096
Originaltitel: The Falconer


Inhalt:

Edinburgh im Jahre 1844: Die junge Aileana Kameron ist alles andere, was man eine feine Lady nennen würde. Nicht nur, dass sie sich den gesellschaftlichen Gepflogenheiten nicht so einfach fügen will, dazu kommt auch noch, dass sie sich jede Nacht aus dem Haus schleicht, um Feen zu jagen. Die blutrünstigen und heimtückischen Kreaturen haben nicht nur ihre Mutter getötet, sondern verbreiten in ganz Schottland Angst und Schrecken. Mithilfe des geheimnisvollen Kiaran bereitet sich Aileana auf einen alles entscheidenden Kampf vor. Denn allein ihr ist es bestimmt, den Feen Einhalt zu gebieten und das Land zu retten..

Meine Meinung:

Zuallerst möchte ich das wirklich wunderschöne Cover herausheben. Man merkt, wie viel Mühe und kreative Arbeit hinter der Gestaltung steckt. Die Figur entspricht dem Bild von der Hauptperson Aileana: Trotzig, kämpferisch, immer eine Waffe griffbereit. Sogar die wilden roten Haaren und die Sommersprossen passen perfekt. Oft genug werden solche groben Details einfach schlichtweg ignoriert und auf dem Cover prangt jemand, der nicht die entfernteste Ähnlichkeit zu einer Person im Buch hat.

Die Geschichte vereint eigentlich alles, was ich gut und spannend finde: Eine rasante Storyline, Kampfszenen mit übernatürlichen Wesen, eine Prise Romantik und ein historisches Setting. Gerade die Situierung in Schottland und Edinburgh im Besonderen hat mich von Anfang an begeistert. Der mystische Aspekt mit den Feen ist gut durchdacht, im Anhang findet man sogar eine Zusammenstellung der verschiedenen existierenden Feenspezies. Dies zeigt, dass sich die Autorin wirklich Gedanken über die von ihr erschaffene Welt gemacht hat. Auch die eingefügten Steampunk-Elemente haben mir gut gefallen. Die von Aileana ertüftelten technischen "Spielzeuge" fand ich sehr beeindruckend und war stets neugierig, wie sie praktisch einsetzbar waren.

Trotzdem hat mir an der Geschichte einfach etwas gefehlt. Ich kann nicht einmal genau benennen, was es war, aber irgendetwas hat mich davon abgehalten, atemlos vor Spannung die Seiten umzublättern. Irgendwie schien mir die Handlung immer etwas dahinzuplätschern, obwohl es so viele Actionszenen gab. Aber einen richtigen Höhepunkt oder eine steigende Spannungskurve konnte ich leider nicht ausfindig machen. Normal bin ich zwar ein Fan von Kampfszenen, hier jedoch haben sie mich aufgrund der ständigen Wiederholung irgendwann gelangweilt.

Zwischendurch gab es natürlich ruhigere Passagen, die sich um Aileanas Schwierigkeiten gedreht haben, in der schottischen Adelsgesellschaft Fuß zu fassen. Ihr impulsiver und selbstbewusster Charakter macht sie zu einem Außenseiter in der streng normierten Welt des 19. Jahrhunderts. In ihrer kämpferischen Starrköpfigkeit hat mir Aileana gut gefallen, stellenweise fand ich ihre innere Zerrissenheit aber etwas zu überzogen dargestellt. Dass sie sich ständig in ihrer Mordlust aufgehen lässt und daraus ihre Kraft sammelt, konnte ich nicht immer nachvollziehen und die ständige Wiederholung desselben Musters hat nicht unbedingt zu meinem Lesefluss beigetragen.

Natürlich musste es dann auch soweit kommen- einem angedeuteten Liebesdreieck. Die Betonung liegt jedoch auf angedeutet, denn wer Aileanas tatsächlicher Herzenskandidat ist, wird schnell ersichtlich. Ihre Beziehung zu dem mysteriösen Kiaran konnte mein Herz jedoch nicht zum Flattern bringen. Klar, er scheint alles mitzubringen, was einen Romantasyheld ausmacht: Düster, geheimnisvoll, sexy- und er ist eine Fee. Trotzdem konnte ich einfach keine besonderen Eigenschaften an ihm feststellen, sein ganzer Charakter erschien mir zu glatt.

Fazit:

"Die Feenjägerin" ist kein schlechter Fantasyroman, der insbesondere durch sein historisches Setting und die actiongeladenen Szenen Pluspunkte sammeln kann. Nach dem gewissen Etwas, das den Auftaktroman zu etwas Besonderem machen könnte, sucht man jedoch vergeblich.

Bewertung: 


Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Samstag, 21. März 2015

Rezension: "Tochter der schwarzen Stadt"


http://www.randomhouse.de/Paperback/Tochter-der-Schwarzen-Stadt-Roman/Torsten-Fink/e445459.rhd



Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 512 Seiten
Ausgabe: broschiert
Preis: 14,99 €
ISBN: 978-3442269808



Inhalt:

Alena versteht es, sich mit List und Tücke durch das Leben zu mogeln. Auf der Flucht vor ihrer Familie landet sie in Terebin, der glanzvollen Weißen Stadt. Wegen ihrer verblüffenden Ähnlichkeit mit der Tochter des Herzogs scheinen ihr zunächst alle Türen offen zu stehen - bis sie im Kerker landet. Doch der Kanzler des Herzogs hat Verwendung für sie und so sieht sich Alena plötzlich in einem Netz aus Intrigen, politischem Kalkül und Machtspielchen gefangen. Angesichts zahlreicher Bedrohungen von außen ist die Position des Stadtfürsten nämlich gefährdeter denn je. Eine Doppelgängerin für die in Lebensgefahr schwebende Prinzessin kommt da gerade gelegen. Alena wäre jedoch nicht Alena, wenn sie sich einfach ohne Widerstand in ihr Schicksal fügen würde...

Meine Meinung:

Von der Idee zu diesem Buch war ich sofort angetan: Ein raues Straßenmädchen, das Dreck und eine derbe Umgebung gewöhnt ist, muss plötzlich unfreiwillig eine Prinzessin vertreten. Dass dabei nicht alles glatt über die Bühne läuft, versteht sich wohl von selbst. Meine Erwartungen gingen daher in Richtung eines spannenden, action- und intrigenreichen Fantasyschmökers, der vom Witz der Protagonistin lebt. Leider kann "Tochter der schwarzen Stadt" nicht das ganze Potenzial abrufen, das die Geschichte zunächst verspricht.

Wie üblich in den meisten High-Fantasy-Romanen gibt es mehrere Figurenperspektiven. Alenas Anteil am Geschehen gerät so teilweise in den Hintergrund und es treten vielmehr politische Konflikte und strategische Überlegungen in den Mittelpunkt. Das ist zwar einerseits sehr informativ und zeugt es von einer gut durchdachten Welt, andererseits entstehen so auch einige Längen im Buch. Meiner Meinung nach hätte man einige dieser Stellen rauskürzen können, um den Plot zu verdichten und die Handlung rasanter zu gestalten.

Die Welt an sich gefällt mir gut, sie ist sehr lebensnah und plastisch entworfen. Es gibt Magier und sogenannte "Schatten", darüber hinaus hält sich der Anteil phantastischer Elemente jedoch im Hintergrund. Ich war überglücklich, dass dem Buch eine Karte beigefügt ist. Meiner Meinung nach ist dies ein unerlässlicher Bestandteil von High-Fantasy-Romanen, um ganz in die Welt eintauchen zu können. Leider sind nicht alle Orte, die im Buch angesprochen werden, auch wirklich auf der Karte auffindbar. Das war sehr ärgerlich und ich fühlte mich teilweise orientierungslos und nicht genug informiert.

Die Handlung entfaltet sich erst nach und nach, erst lernt man gemeinsam mit Alena langsam die Weiße Stadt kennen und verschafft sich einen Überblick über die eingeführten Figuren. Den Charakteren selbst stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber: Alena als Protagonistin gefiel mir im Großen und Ganzen gut, stellenweise reagierte sie mir jedoch zu störrisch und eigennützig. Im Laufe des Buches macht sie jedoch eine löbliche Entwicklung durch und erweist sich als eine der wenigen Figuren, die noch nicht von Grund auf verdorben sind. Ihre rebellische und provozierend unkonventionelle Art heben sie auch aus der verlogenen Adelsgesellschaft hervor.

Zu den anderen Figuren konnte ich jedoch nur schwer eine Bindung aufbauen. Irgendwie hat es kein Einzelschicksal oder besonderer Charakter geschafft, mein Herz zu berühren. Ich war zwar interessiert daran, wie die Handlung weiterverläuft, habe aber nicht wie sonst mit den Personen mitgefiebert. Was mir wiederum gut gefallen hat, war, dass Torsten Fink auf überflüssige Schwarz-Weiß-Zeichnerei verzichtet hat. Die meisten Fantasy-Romane leben vom Kampf Gut gegen Böse und setzen den Charakteren klare Grenzen. Hier jedoch gibt es keine eindeutig "helle" oder "dunkle" Seite, jede Figur trägt sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften in sich. So ist die Handlung gerade zum Ende hin angenehm unvorhersehbar und wartet mit einigen Überraschungen auf.

Fazit:

"Tochter der schwarzen Stadt" hält leider nicht alles ein, was die Geschichte verspricht. Wer ein Fantasy-Buch für zwischendurch sucht, darf hier zugreifen, Fans von actiongeladenen Fantasy-Epen mit starken Helden sind mit dem Buch eher nicht so gut beraten.

Bewertung: 


Vielen Dank an den blanvalet Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

Sonntag, 1. März 2015

Rezension: "Silber- Das erste Buch der Träume"

http://www.fischerverlage.de/buch/silber-das_erste_buch_der_traeume/9783841421050



Verlag: Fischer FJB
Seitenzahl: 416 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 18,99 €
ISBN: 978-3841421050



Inhalt:

Begeistert ist Liv Silber nicht gerade, als sie mit ihrer Familie nach London ziehen muss, weil ihre Mutter dort einen Mann kennengelernt hat. Doch schon bald stolpert sie in das größte Abenteuer ihres Lebens: Plötzlich hat sie unheimliche Träume über geheimnisvolle Türen und düstere Rituale auf einem Friedhof. Noch unheimlicher ist allerdings, dass die vier Jungs aus dem Traum tatsächlich in ihre Schule gehen und sich genau wie sie an die nächtlichen Ereignisse erinnern. Zumal einer von ihnen ausgerechnet ihr neuer Halbbruder Grayson ist. Schon bald stoßt Liv an die Grenzen ihrer Logik- doch einem guten Rätsel konnte sie noch nie widerstehen...

Meine Meinung:

Mit ihrer Zeitreise-Trilogie hat Kerstin Gier die Latte natürlich ziemlich hoch gehängt für alle folgenden Jugendbücher. Doch "Silber" hält alles und viel mehr, was der Klappentext verspricht. Schon von der ersten Seite an fesselt das Buch mit seinem unverwechselbaren Schreibstil, der eben typisch Kerstin Gier ist. Die Sätze strotzen vor Witz und Charme, weshalb die Seiten beim Lesen nur so dahinfliegen.

Liv Silber ist eine unheimlich sympathische Protagonistin, die Gwendolyn in nichts nachsteht. Durch den Job ihrer Mutter, einer Literaturwissenschaftlerin, ist sie ein Nomadenleben gewöhnt und hat schon viel von der Welt gesehen. Sie ist eine sehr lockere und mutige Person, die sich nur zu gerne in neue Abenteuer stürzt. Trotzdem steht sie mit beiden Beinen fest am Boden und würde alles tun, um ihre Familie zu beschützen.

Auch die weiteren Figuren können mit ihrem einzigartigen Charakter überzeugen. Da wäre zum einen Livs lebhafte und detektivbegeisterte kleine Schwester Mia, die man einfach liebgewinnen muss. Angenehm war auch, dass sich die zwei Schwestern wirklich gut verstehen und sich nicht ständig wegen oberflächlicher Zickereien in die Haare kriegen. Dann gibt es noch das deutsche Kindermädchen Lottie Wastlhuber, die schon von klein auf zur Familie gehört. Oh, was habe ich das erste Mal gelacht, als ich ihren Namen gelesen habe! Vielen Dank, liebe Kerstin Gier, für diesen wunderbaren Buchcharakter! Mit ihrer mütterlich-umsorgenden und naiven Art bringt Lottie immer frischen Wind und Witz in die Handlung.

Als dann zum ersten Mal die Rede von den vier übernatürlich gutaussehenden blonden Jungs war, war ich erst einmal abgeschreckt. Schließlich kennt man das schon zur Genüge aus dutzenden mehr oder eher weniger guten Romantasy-Romanen. Aufgrund der zunächst sehr klischeehaften Beschreibung dieser vier Personen hatte ich zudem die Befürchtung, es könnte wieder die übliche Dreiecksbeziehung (oder gar eine Vierecksbeziehung) geben. Zum Glück kam es dann ganz anders.

Obwohl sie als "High-Society" der Schule angesehen werden, haben die Jungs mehr zu bieten, als es zunächst den Anschein hat. Jeder von ihnen hat einen ganz eigenen unverwechselbaren Charakter, der von liebenswürdig bis grüblerisch hin zu nervig reicht. Liv selbst begegnet der Gruppe mit ihrer üblichen Mischung aus Neugier und Sarkasmus, so dass es immer zu unterhaltsamen Schlagabtauschen kommt.

Was die Handlung betrifft, so kann ich nur sagen, dass den Leser reichlich Spannung und eine ordentliche Portion Mystery erwartet. Fantasyfans werden ganz auf ihre Kosten kommen, denn es geht sowohl um erschreckend reale Träume als auch Dämonenbeschwörungen und dunkle Rituale. Die Idee dahinter mag vielleicht nicht unbedingt neu sein, doch die wunderbaren Charaktere und der unterhaltsame Schreibstil machen die Geschichte ganz und gar einzigartig.

Fazit:

Alle Fans der Edelstein-Trilogie werden dieses neue Fantasyabenteuer von Bestsellerautorin Kerstin Gier lieben!

Bewertung: 


Donnerstag, 19. Februar 2015

Rezension: "Wen der Rabe ruft"

http://www.script5.de/titel-2-2/wen_der_rabe_ruft-5403/


Verlag: script5
Seitenzahl: 464 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 18,95 €
ISBN:  978-3839001530
Originaltitel: The Raven Boys



Inhalt:

Blue Sargent ist wohl alles andere als das, was man als "normales Mädchen" bezeichnen würde. Ihre ganze Familie besteht aus Wahrsagerinnen und sie selbst lebt von Kindesbeinen an mit der Prophezeiung, dass sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Doch Blue selbst ist ohne die Gabe des Weissagens oder der Geistersicht geboren- bis sie eines Nachts den Geist von Gansey auf einem Kirchhof sieht. Die einzig mögliche Erklärung dafür scheint, dass sie der Grund für seinen nahen Tod sein wird. Dann tritt Gansey auch in der Realität in ihr Leben, und tatsächlich scheint das Schicksal ihre Leben miteinander verknüpft zu haben...

Meine Meinung:

Augrund des Klappentextes war ich zunächst etwas skeptisch: Alles klang ganz nach einer typischen Romantasy-Geschichte, in deren Verlauf sich zwei Jugendliche unsterblich ineinander verlieben und den ganzen Handlungsverlauf darum kämpfen, zusammenzusein zu können. Glücklicherweise wurde ich von der tatsächlichen Geschichte positiv überrascht: Der Romantikanteil im Buch ist äußerst gering, womit jegliche Kitschgefahr verbannt ist. Anstelle einer Liebesgeschichte auf den ersten Blick erwartet den Leser ein abenteuerlicher Mysterykrimi.

Dabei schlägt das Buch durchaus leisere Töne an. Der Schreibstil von Maggie Stiefvater ist wie auch in der Mercy Falls-Reihe sehr angenehm zu lesen. Nach und nach werden die verschiedenen Personen eingeführt und Handlungsfäden gesponnen. Die Kapitel werden abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man die Möglichkeit hat, die Charaktere besser kennenzulernen. Und genau diese haben das Buch auch so besonders gemacht: Jede Figur hat ihre eigenen Ecken und Kanten, macht ihre eigenen Fehler. Es sind keine typischen Standard-Chraktere, sondern liebevoll entworfene Originale.

Da ist einerseits Blue, eine Individualistin und Einzelkämpferin. Wegen ihrer verrückten Familie ist sie an der Schule eine Außenseiterin. Trotzdem geht sie unbeirrt ihren Weg im Leben weiter. Die Mitglieder in ihrer Familie selbst sind allesamt ziemlich schrullig, bunt und exzentrisch. Es ist ständig laut und hektisch im Hause der Sargents, doch angesichts der auftauchenden Bedrohung halten die magisch begabten Frauen zusammen. Trotz ihres vertrauenvollen Verhältnisses zu ihrer Mutter muss Blue erkennen, dass sie über einige Geheimnisse im Dunkeln gelassen wurde. Die Art und Weise, wie dieser Konflikt gelöst wurde, fand ich sehr angenehm undramatisch. Eine Meinungsverschiedenheit muss schließlich nicht gleich immer ein Zerwürfnis zur Folge haben.

Das wirkliche Highlight im Buch sind dann die "Raven Boys" an sich- die Gruppe um Gansey. Obwohl sie alle total unterschiedlich sind, habe sich die vier Jungs irgendwie zusammengefunden. Dabei geht es bei weitem nicht immer harmonisch unter ihnen zu. Streitigkeiten und Konflikte prägen die Dynamik in der Gruppe, wenn mal wieder jeder mit dem Kopf durch die Wand will. Genau so oft aber raufen sie sich wieder zusammen und versuchen, füreinander da zu sein. Ihre Beziehung untereinander ist wirklich wunderbar beschrieben- man merkt deutlich, wie sie trotz aller Probleme einfach nicht ohneeinander können.

Der Lesefluss ist sehr angenehm, jedoch hat mir stellenweise der ein oder andere Höhepunkt in der Handlung gefehlt. Man merkt, dass der Fokus vor allem auf die sorgfältig konzipierten Charaktere und Hintergrundgeschichten gelegt wurde. So werden immer wieder mythische Legenden eingewoben, was der Geschichte einen sehr geheimnisvollen Touch gibt.

Fazit:

Eine sehr spannende Fantasygeschichte mit liebenswerten Charakteren, rätselhaften Geheimnissen und unheimlichen Schauplätzen!

Bewertung: 


Sonntag, 11. Januar 2015

Rezension: "Grischa 3- Lodernde Schwingen"

http://www.carlsen.de/hardcover/grischa-band-3-lodernde-schwingen/23694


Verlag: Carlsen
Seitenzahl: 432 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 18,90 €
ISBN: 978-3551582973
Originaltitel: The Grisha 3- Ruin and Rising



Inhalt:

Nach dem Kampf mit dem Dunklen hat Alina nur knapp überlebt und Zuflucht im unterirdischen Reich des Asketen gefunden. Doch der äußere Schein trügt: Die vergötterte Sonnenkriegerin wird wie eine Gefangene behandelt und muss sich mit den Intrigen des gefährlichen Asketen auseinander setzen. Dabei ist es nun wichtiger als nie zuvor, dass sie an die Oberfläche zurückkehrt und ihre Suche nach dem Feuervogel fortsetzt. Denn nur durch die Vereinung der drei Kräftemehrer ist sie mächtig genug, um den Dunklen und seinen verheerenden Plänen Einhalt zu gebieten. Der Kreis ihrer Vertrauten ist dabei kleiner denn je, und auch ihre Beziehung zu Maljen ist äußerst angespannt. Um Rawka zu retten, begeben sich die Verbündeten auf eine Reise voller Gefahren, stets verfolgt von den Schergen des Dunklen und den drohenden Händen des Verrats...

Meine Meinung:

Da es schon etwas länger her war, seit ich die ersten zwei Bände gelesen habe, fiel es mir anfangs etwas schwer, wieder in die Welt der Grischa zurückzufinden. Die Geschichte setzt relativ abrupt nach dem Ende des zweiten Teils ein, ohne dass weitere Erklärungen zu den zuvor erfolgten Ereignisse gegeben werden. Neben Alina, der mächtigen Sonnenkriegerin mit der Gabe des Lichts, trifft man auch viele andere Grischas aus den Vorgängerbänden wieder. Mit den verschiedenen Namen und Begriffen musste ich so anfangs ziemlich jonglieren, um eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Sehr hilfreich dabei war das Glossar auf den letzten Seiten, das neben den wichtigsten Begriffen auch die verschiedenen Personen und Schauplätze aufführt. Gerade in so einer komplexen Welt finde ich diese Details sehr wichtig- es zeigt, wie unglaublich durchdacht und strukturiert die Autorin Rawka erschaffen hat.

Auch die allgemeine Gestaltung des Buches möchte ich dabei hervorheben- insbesondere die Karte von Rawka zu Beginn des Romans. Die Zeichung ist nicht nur wunderschön illustriert, sondern auch das wichtigste Hilfsmittel, um sich in der Grischa-Welt zurechtzufinden. Schon allein die Ortsnamen erwecken dabei die Lust am Fremdartig-fantastischen: Petrazoj, Poliznaja, Ahmrat Jen... Man merkt deutlich die Einflüsse der russisch-slawischen Kultur, was unheimlich zur besonderen Stimmung im Buch beiträgt.

Die Sprache selbst ist wie auch in den Vorgängerbänden sehr angenehm zu lesen, zuweilen detailgetreu und poetisch, dann wieder schlichter und von Dialogen geprägt. Alinas Verlorenheit und Verzweiflung angesichts der aussichtslosen Situation werden sehr authentisch geschildert. Die Atmosphäre ist meist düster, doch zwischendurch sorgen auch einige auflockernde Passagen für Abwechslung. Insbesondere Nikolaj, der Sohn des Zaren, überzeugt durch seine jungenhaft-sympathische Art. Seine bloße Präsenz schien die Stimmung im Buch etwas aufzuhellen und einen Lichtstreif an den Horizont zu malen.

Teilweise erschien mir die Handlung etwas langatmig und von Beschreibungen durchtränkt. Auch mit Alina konnte ich mich nicht immer hundertprozentig identifizieren. Ihre Machtfantasien und ihre mysteriöse Anziehung zum Dunklen waren mir teilweise etwas befremdlich. Doch gerade im Gegensatz zum zweiten Teil durchläuft sie hier einen Entwicklungsprozess und muss über sich selbst hinauswachsen. Plötzliche Wendungen und überraschende Auflösungen verlangen nicht nur ihr, sondern auch dem Leser das Äußerste ab.

Glücklicherweise entfiel auch die von mir befürchtete Dreiecksgeschichte. Der romantische Anteil in der Handlung ist eher dezent und zart, doch dafür umso lebensnaher. Mein persönliches Highlight im Buch war das allerletzte Kapitel, das einfach wunderschön geschrieben ist und mir die Tränen in die Augen getrieben hat. Für mich ein mehr als perfekter Ausklang, der genau den richtigen Schlusspunkt setzt.

Fazit:

Ein sehr gelungener Abschluss einer außergewöhnlichen Trilogie. Bis zum Ende fiebert man mit den Figuren mit und bangt um ihr Schicksal. Der besonderen Magie von Rawka und der Grischa kann man sich nur schwer entziehen!

Bewertung: 


Samstag, 6. Dezember 2014

Rezension: "Der dunkle Kuss der Sterne"

http://www.randomhouse.de/Buch/Der-dunkle-Kuss-der-Sterne/Nina-Blazon/e377656.rhd



Verlag: cbt
Seitenzahl: 528 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 16,99  €
ISBN: 978-3570161555


Inhalt:

Die junge Canda Moreno wacht am Tag ihrer Hochzeit auf und erkennt, dass ihr Glanz verschwunden ist. Ohne diese Gabe, mit der sie alle bezaubert hat, wird sie plötzlich zu einer Ausgestoßenen degradiert. Denn Tian, ihr Versprochener, ist wie vom Erdboden verschwunden- und das, obwohl die beiden durch ihre Verbindung das nächste Herrscherpaar in der Metropole Ghan gebildet hätten. Von ihren eigenen Eltern wird sie verstoßen und weggesperrt, doch Canda flieht und trifft auf die mächtige Mégana. Diese scheint ihr bei der Suche nach Tian helfen zu wollen und lässt sie mit dem Sklaven Amad in die Wüste ziehen. Aber nicht nur die Mégana spielt ein falsches Spiel... Auf einer abenteuerlichen Reise durch Sonne, Wind und Wasser muss Canda erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint und ihre ganze Welt auf Lügen aufgebaut ist.

Meine Meinung:

Nina Blazon hat es geschafft, mit ihrem Fantasy-Roman eine ganz neue Welt voller Märchen, Abenteuer und Romantik zu erschaffen. Ob Candas Heimatstadt Ghan, die unendlichen Weiten der Wüste oder die lebendige Hafenstadt Tibris, die Schauplätze überzeugen durch ihre atmosphärische und lebendige Schilderung. Beim Lesen spürt man förmlich das Flirren der Wüste und hört das Schwappen der Wellen, während man Canda und Amad auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet.

Märchenhaft-fantastisches vermischt sich hier mit realistischen und modernen Elementen, wodurch es anfangs vielleicht nicht ganz einfach ist, die vorgeführte Welt zu durchblicken. Durch den abrupten Einstieg ist man gleich in der Geschichte gefangen und fiebert mit, was hinter der Entführung steckt. Sehr interessant sind die vielen mysteriösen Figuren, die man genauso wenig wie Canda durchschauen kann. Dazu gehört neben dem mächtigen Herrscherpaar der Mégans auch der vorgebliche Sklave Amad. Seine abweisende und unnahbare Art dient dazu, bedeutende Geheimnisse zu schützen, die die Grundlage seiner Identität ausmachen.

Auch die Entwicklung der Protagonistin selbst ist sehr erfreulich. Von einer verwöhnten Stadtprinzessin meistert Canda sich zu einer selbstbewussten Kämpferin, der nicht nur ihr eigenes Wohl am Herzen liegt. Sicher ist es auch ihrer starken Persönlichkeit zu verdanken, dass sie aus dem Zusammenbruch ihres Weltbilds gestärkt herausgeht. Ein unterhaltsame Rahmenhandlung bildet auch ihre erfrischende Freundschaft zu der Haijägerin Juniper. Gerade durch ihre gegensätzlichen Charaktere ergänzen sich die beiden Frauen wunderbar und bilden ein starkes Team.

Als kleinen Kritikpunkt möchte ich nur das etwas abrupte Ende anführen. Gerade im Hinblick auf die komplexe und verschachtelte Handlung hätte ich mir noch mehr erhofft. Den tatsächlichen Ausgang fand ich dann ein wenig zu einfach und kurz geraten.

Fazit:

Für mich sicher eines der Lesehighlights im Jahr 2014. Der zauberhafte Schreibstil der Autorin eröffnet dem Leser eine mystische Welt mit starken Figuren und exotischen Schauplätzen- unbedingt lesen!

Bewertung: 



Samstag, 8. November 2014

Rezension: "Elfenmagie"

http://www.aufbau-verlag.de/index.php/elfenmagie.html


Verlag: Aufbau Taschenbuch
Seitenzahl: 976 Seiten
Ausgabe: Taschenbuch
Preis: 16,99  €
ISBN: 978-3746627380



Inhalt: 

Das Leben der jungen Vanora ändert sich von einem Tag auf den anderen, als ein mysteriöser Mann nachts bei ihrem Vater erscheint. Zwar ist sie noch ein Kind, doch von nun an wird sie regelmäßig in Kampf und Magie unterrichtet. Was sie nicht ahnt: Glendorfil, ihr Lehrer, ist ein Dunkelelf. Und sie selbst keineswegs ein normales Dorfmädchen. Tatsächlich findet sie sich bald als Spielball zwischen den Fronten von Licht- und Dunkelelfen wieder. Denn beide brauchen Vanoras Macht- wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. So will Alkariel, die Königin der Lichtelfen, mithilfe von Vanoras Blut das gespaltene Reich wiedervereinen. Doch wen kann kann man in dieser düsteren Welt wirklich trauen?

Meine Meinung:

Dieses Buch ließ mich eher zwiespältig zurück. Aufgrund der überwältigenden Zahl an begeisterten Bloggern waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Zunächst hatte ich zunehmenden Spaß daran, mich in der Welt von Elvion einzufinden. Nach dem verheißungsvollen Prolog setzt die Geschichte in Vanoras Kindheit an. Die Geschichte wird aus verschiedenen Erzählperspekteiven erzählt, was mir sehr gut gefiel. Dadurch kann man die persönlichen Entwicklungen der Figuren gut nachvollziehen und erhält mehr Einblicke  und Hintergrundinformationen zur magischen Elfenwelt.

Ungefähr nach dem ersten Drittel wurde es dann aber zäher - was wohl hauptsächlich daran lag, dass ich mich den zwei Hauptprotagonisten gar nicht anfreunden konnte. Das ist natürlich von Leser zu Leser verschieden, doch ich persönlich konnte nicht viel mit der Liebesgeschichte von Vanora und Nevliin anfangen. Auch wenn ich eine Prise Romantik in Büchern sehr schätze, wurde es mir etwa ab der Mitte des Romans zu viel. Tatsächlich musste ich mich über die völlige Rücksichtslosigkeit des Paars gegenüber anderen unheimlich ärgern. Wenn durch ihr Tun jemand anderer verletzt wurde, dann war es schnell vergessen oder sogar willkommen, doch wehe dem Geliebten passierte etwas! Leidtragender des Ganzen war jedes Mal der Dunkelelf Eamon, dessen Herz viel heller war als das der zwei Lichtelfen. Doch auch seine übertriebene Rücksichtnahme auf die undankbare Vanora wurde mir schnell zu viel.

Absolut positiv ist auf jeden Fall die liebenswerte Figur des Kobolds Bienli und seiner Frau Finola. Jedes Kapitel aus seiner Sicht stellte daher ein Highlight dar. Der Humor kommt also nicht zu kurz, taucht dabei an manch unerwarteter Stelle auf und zauberte mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht. Auch andere Nebenfiguren wie Eamons berechnende Schwester Liadan oder seinen spitzbübischen Vetter Ardemir fand ich um einiges interessanter und symphatischer als das „düstere“ Liebespaar um Vanora und ihren kalten Lichtritter.

Mit dem letzten Drittel riss mich „Elfenmagie“ wieder stärker mit - die Kampfszenen zwischen Angst, Wut und Trauer sind packend geschrieben und lassen einem so schnell nicht wieder los. Außerdem kommt es zu unerwarteten Wendungen und Enthüllungen, die endlich Licht ins Dunkel bringen. Meiner Meinung nach ein toller Abschluss, der im Gegensatz zu anderen Büchern nicht zwingend einen perfekten Ausgang schildert, sondern genau hier den Roman am stärksten macht: realistisch, phantastisch, herzergreifend.

Fazit:

Ein Fantasyroman, der mich mit sehr gemischen Gefühlen zurücklässt: Eine spannende Welt, ein vielversprechender Plot- doch leider konnte ich zu manchen Figuren gar keine Bindung aufbauen.
So bleibt die Frage nur noch: „Elfenkrieg“ lesen- ja oder nein? Hmm… Vielleicht wenn Bienli wieder dabei ist :)

Bewertung:



Freitag, 7. November 2014

Rezension: "Firelight- Brennender Kuss"

http://www.loewe-verlag.de/titel-1-1/firelight_brennender_kuss-4303/


Verlag: Loewe
Seitenzahl: 376 Seiten
Ausgabe: gebunden
Preis: 17,95 €
ISBN: 978-3785570456
Reihe: Firelight 1


Inhalt:

"Würde er die Wahrheit kennen, wäre er nicht hier. Wenn er wüsste, wer ich wirklich bin, was ich bin..."
Jacinda ist nicht das normale Mädchen, das sie zu sein scheint- sie ist eine Draki, genauer gesagt eine Feuerdraki. Ihr Rudel hält sich von den Menschen in den Bergen versteckt, immer auf der Hut vor ihren Feinden, den Jägern. Als Jacinda auf einem heimlichen Ausflug von Drachenjägern beinahe getötet wird, schenkt ihr einer ihrer Feinde das Leben- Will, ein wunderschöner und geheimnisvoller Junge. Danach spitzt sich die Situation zu: Das übrige Rudel, allen voran der Anführer und sein Sohn Cassian, wollen Jacinda wegen ihres unvorsichtigen Verhaltens bestrafen, weshalb ihre Mutter sie und ihre Zwillingsschwester in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in eine andere Stadt schleift. Dort soll Jacinda ihren inneren Draki töten und alle Erinnerungen an ihr Drachendasein vergraben. Ein normales Leben, inklusive Highschool und Cheerleader, winkt- glücklicherweise trifft sie da erneut auf Will, und beide entwickeln Gefühle füreinander. Doch Will ahnt nichts von ihrer wahren Natur...

Meine Meinung:

Sophie Jordans spezielle Drachen, die Draki, bilden im Universum der Romantasy ein erfrischend neues Element. Die Idee hinter den drei Parteien, dem Rudel, den Jägern und den Enkros, ist durchaus originell und bietet viel Potenzial. Umso enttäuschender ist es dann doch, dass Informationen über zentrale Fragen eher spärlich ausfallen. Selbst zum Ende hin wird man weiter über wichtige Punkte im Dunkeln gelassen- einerseits natürlich ein Mittel zur Spannungssteigerung, andererseits gewinnt die Geschichte dadurch leider auch an Oberflächlichkeit.

Neben diesem Manko fällt mein Eindruck über diesen Roman durchwegs positiv aus: Die insgesamt 367 Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin, was sicher auch am einfachen Schreibstil des Buches liegt. Gleich das erste Kapitel wird spannend eröffnet und spannt einen interessanten Bogen zur weiteren Handlung. Jacinda und Will, die beiden Hauptcharaktere, sind wunderbare Figuren, die verzweifelt um ihre Liebe und alles, was ihnen wichtig ist, kämpfen.

Die Handlung konzentriert sich hauptsächlich auf ihre vorsichtige Annäherung und die zarten Gefühle, die zwischen ihnen entstehen. Diese verbotene Liebe in einem durchwegs gefährlichen Umfeld ist dabei mit der genau richtigen Prise Romantik versehen und schweift zum Glück auch nicht in die kitschige Schiene ab. Etwas zu ausführlich geschildert dagegen ist Jacindas ständige Hin-und Hergerissenheit zwischen alter Loyalität und neuen Empfindungen.

Fazit:

In "Firelight" entführt Sophie Jordan den Leser in eine düster-romantische Welt voller Spannung und Gefühl. Für den zweiten Teile erhoffe ich mir, dass viele der offenen Fragen beantwortet werden und insgesamt noch mehr in die Tiefe gegangen wird..

Bewertung: